FREIWILLIGES SOZIALES JAHR im Fachbereich Sozialpsychiatrie und Heilpädagogik

YASEMIN BÖLÜKBAS, 20 Jahre, Abitur, wohnt in Düsseldorf und möchte nach ihrem Abitur Soziale Arbeit studieren. Sie findet es gut, dass jeder Tag anders ist und dass hinter ihrer spannenden Arbeit ein tieferer Sinn steckt.

Wann haben Sie Ihr FSJ bei uns angefangen? Am 16. März 2011.

Im welchem Bereich arbeiten Sie?

Im Sozialpsychiatrischen Zentrum, zu dem eine Tagesstätte und das Café ESS PE ZET gehört.

Wieso haben Sie sich für ein FSJ entschieden?

Ich möchte Soziale Arbeit studieren und bekomme im FSJ schon mal einen Einblick, wie später die Praxis aussieht. Dass ich helfen möchte, steht schon lange fest. Ich hatte im privaten Bereich Einblick in eine Pflegefamilie, was mich sehr beeindruckt hat.

Wie sind Sie auf die Graf-Recke-Stiftung gekommen?

Ein Freund von mir hat hier bereits ein FSJ gemacht und mir auch die Tagesstätte und das Café empfohlen.

Wie hatten Sie sich vor Beginn die Arbeit vorgestellt?

Ich wusste schon sehr viel durch die Gespräche mit meinem Freund. Aber im Umgang mit Erwachsenen wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Was ist tatsächlich so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Die Zusammenarbeit im Team ist gut, was ich natürlich gehofft hatte.

Was ist ganz anders, als Sie es erwartet haben?

Die Arbeit mit den Erwachsenen ist komplett neu für mich. Meine Angst, dass sie mich nicht annehmen würden, hat sich nicht bestätigt. Ich habe einen guten Draht zu den Klienten. Aber es fällt mir nicht immer einfach, mich von ihnen siezen zu lassen.

Wie sind Ihre ersten Tage bei der Graf-Recke-Stiftung verlaufen?

Ich war sehr aufgeregt und hatte auch ein bisschen Angst, was auf mich zukommt. Am Anfang konnte ich mir alle Angebote ansehen und das Team und die Klienten in Ruhe kennen lernen. Erst wusste ich nicht so ganz genau, welchen Mitarbeiter ich fragen kann, wenn ich was wissen möchte. Aber das hat sich geklärt und jetzt habe ich einen super Mentor.

Wie sieht jetzt Ihr Tag bei uns aus?

Jeder Tag ist anders strukturiert. Ich nehme an verschiedenen Angeboten wie zum Beispiel der Literaturgruppe teil. Wir lesen gerade "Finger im Revolverlauf". In der Ergotherapie arbeite ich in der Kreativ- und der Backgruppe mit. Im Café, was ja als erste Anlaufstelle dient, bin ich auch oft dabei. Manchmal helfe ich sogar dem Koch bei der Zubereitung des übrigens sehr leckeren Mittagessens. Und dann sind Außenaktivitäten, also Unternehmungen, noch ganz wichtig.

Wer oder was hilft Ihnen, mit der Arbeit zurecht zu kommen?

Eindeutig das Team. Vor allem der Ergotherapeut. Auch mit der Anerkennungspraktikantin tausche ich mich oft aus.

Was gefällt Ihnen besonders gut?

Die Arbeit, selbst wenn man nur Monopoly mit einem Klienten spielt. Und die Gespräche, mit dem Team und mit den Klienten. Dann finde ich es gut, dass jeder Tag anders ist. Und natürlich gefällt mir der Sinn, der hinter dem Ganzen steckt. Das alles gibt mir selbst total viel.

Was war Ihre bisher schwierigste Situation?

Es gibt eine Klientin, die ständig über ihre eigene – negative – Situation spricht und die anderen damit belastet, auch mit Suizidgedanken. Es fällt mir schwer zuzusehen, wie sie die anderen damit runter zieht. Aber es ist auch nicht so einfach zu intervenieren.

Was haben Sie bisher für sich gelernt?

Mit Konfliktsituationen umzugehen. Und ich hoffe, dass ich noch vieles andere lerne, sowohl für mein Studium als auch für mich selbst.

Was können die Fachkräfte von Ihnen lernen?

Unvoreingenommenheit, ich versuche immer offen zu sein für die Geschichte und Geschichten der Klienten. Und die Dinge mit Humor zu nehmen. Mit ein bisschen Witz und Charme wird vieles leichter. Na, und dann habe ich den Vorteil noch jung zu sein und ein auch vom Alter gemischtes Team kann noch vielseitiger arbeiten.

Hat das FSJ einen Einfluss auf Ihre zukünftige Berufswahl?

Es hat mich bisher noch mehr darin bestärkt, soziale Arbeit zu studieren.

Was raten Sie einem Freund / einer Freundin, der / die überlegt, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu beginnen?

Es macht Spaß, man kann ganz viel lernen und man leistet auch noch was für die Gesellschaft. Ich kann es nur jedem empfehlen!