SpielRaum für Bewegung

Kurz vor Ende des Bewegungsjahres 2016 zieht Heike Ogrinz, Leiterin der Kindertagestätten in Düsseldorf-Wittlaer, Bilanz und gibt einen Ausblick auf ein weiteres Projekt in Sachen Bewegung.

Das Bewegungsjahr in den beiden Kindertagesstätten in Düsseldorf-Wittlaer hat allen Beteiligten Spaß und Freude bereitet. Die verschiedenen Projekte in diesem Jahr zeigten, wie bedeutsam Bewegung für das Lernen und die Entwicklung ist und warum sie ein pädagogischer Schwerpunkt in unserer Arbeit darstellt.

Im Rahmen der Vorbereitung des Bewegungsjahres waren unsere Motopädin Frau Penndorf und ich uns schnell einig, dass wir das Thema Bewegung unbedingt weiter vertiefen sollten und organisierten eine Teamfortbildung.
Dort haben wir die Philosophie und Bewegungsarbeit von Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg kennengelernt.

Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg

Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler (1902-1984) und die Bewegungspädagogin Elfriede Hengstenberg (1892-1992) haben schon um 1930 unabhängig voneinander die These vertreten, dass Kinder Raum und ihre individuelle Zeit zur Exploration brauchen. Gerade in der heutigen schnellen Zeit ist die langsame Bewegungsentwicklung besonders bedeutsam. Vom Boden aus liegend erobern die Babys und Kleinkinder in der Bewegung ihre Welt. Wie auch in unserem Konzept steht bei Pikler & Hengstenberg das Entdecken der eigenen Spiel- und Handlungsräume im Mittelpunkt. „Den Körper gesund und optimal sich entwickeln lassen, von den Füßen zum Oberkörper, vom Boden hinaus um die Bäume zu erklettern…“ so beschrieb Emmi Pikler bei einem Interview ihre Herzensangelegenheit.

Wie auch in nahezu jeder Lerntheorie zu lesen ist, brauchen die Kinder eine gute Körperwahrnehmung, festen Boden unter den Füßen und Gleichgewicht für ein erfolgreiches Lernen. Hier konnten wir uns als Team sehr gut wiederfinden und fühlten uns in unserem täglichen Tun bestärkt.

Was ist besonders an den Vorgehensweisen Piklers und Hengstenbergs?

Pikler und Hengstenberg haben besonderes Material aus Holz entwickelt, welches Kinder in ihrer Bewegungsentwicklung (Praxie) unterstützt. Entscheidend ist, dass dieses Material für alle Altersgruppe stets Barfuß genutzt werden soll.

Während unseres Elternabend zum Thema Füße konnten wir verdeutlichen, dass Kinder ihre Füße zur Lautanbahnung, aber auch für einen gesunden Rücken- eine gesunde Haltung benötigen. Alle Babys werden mit „Plattfüßen“ geboren, die sich stetig über Erfahrungen - am besten natürlich ohne Schuhe - weiterentwickeln. Gesunde und starke Füße sind für einen gesunden Körper, das Gleichgewicht und die Körperwahrnehmung unabdingbar.

Teilnahme am Pilotprojekt

Im Sommer dieses Jahres haben wir uns mit unserem Konzept beim gemeinsamen Pilotprojekt der DAK Gesundheit und der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft in NRW beworben. Ziel des Projektes ist es, den teilnehmenden Kitas wichtige Aspekte der Unfallprävention, Gesundheitsvorsorge sowie die Bedeutung des Hengstenberg-Pikler- Materials auf die Bildungsprozesse nahezulegen. Zusammen mit 15 weiteren  Kitas aus der Region Rhein und Ruhr wurden unsere Kitas ausgewählt. Wir werden neben weiteren Fortbildungen nun auch in Genuss kommen, fachlich von einer Pikler- Hengstenberg Fortbildnerin begleitet zu werden. Ebenfalls werden wir zusammen mit der DAK einen Elternabend anbieten können.
 
Wir freuen uns, mit dem Hengstenberg- Pikler- Material zu arbeiten und dadurch die Haltung der Kinder präventiv stärken zu können. Man sieht also: Auch wenn das spannende Bewegungsjahr „So stark, wie Pippi Langstrumpf“ zu Ende geht, bleibt Bewegung und Wahrnehmung einer unserer Schwerpunkte.