Trainingswerkstatt
In unserer Trainingswerkstatt werden junge Menschen darauf vorbereitet, sich den Anforderungen der Arbeitswelt stellen zu können und eine sich anschließende berufliche Qualifizierung oder Bildungsmaßnahme aufnehmen zu können.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren, Arbeitstugenden zu erwerben und handwerkliche Grundfertigkeiten zu erlernen. Das individuell angepasste Lernprogramm ermöglicht ihnen, sich als leistungsfähig und kompetent zu erleben und somit eine positive Lern- und Arbeitsmotivation aufzubauen. Daneben tragen der Erwerb lebenspraktischer Fähigkeiten, die Förderung der Gruppenfähigkeit und der Abbau schulischer Defizite zur Förderung de Persönlichkeitsentwicklung bei. Die Maßnahme wird vorerst für die Dauer von maximal zwölf Monaten befristet und ist eine Vorstufe zu einer weitergehenden beruflichen Qualifizierung oder Beschäftigung.
Abhängig von den individuellen Voraussetzungen und dem persönlichen Lerntempo können die Teilnehmer beim Erreichen der Anforderungen während oder nach dieser Zeitspanne in die anderen Werkstätten des ArbeitsPädagogischen Zentrums (APZ) vermittelt bzw. an externe Hilfeträger oder in den Arbeitsmarkt entlassen werden. Sollte innerhalb dieser Zeitspanne keine Vermittlung in ein geeignetes Angebot möglich sein, kann die Maßnahme in Einzelfällen verlängert werden.
Zielgruppe und Zielsetzung
Zielgruppe und Zielsetzung
Jugendliche und junge Erwachsene, die neben Verhaltensauffälligkeiten eine deutliche Lernbehinderung bis hin zum Grenzbereich einer geistigen Behinderung aufweisen.
Sie haben infolge jahrelanger Misserfolgserlebnisse und Überforderung ein geringes Selbstwertgefühl und eine geringe Lern- und Arbeitsmotivation einhergehend mit zum Teil deutlichen Entwicklungsverzögerungen und Persönlichkeitsstörungen. Hinzu kommen Defizite im Kommunikations- und Sozialverhalten wie Aggressivität, geringe Frustrationstoleranz und Impulskontrolle oder deutliche Konzentrationsschwächen.
Diese jungen Menschen lassen sich ohne eine entsprechende Begleitung und Förderung nicht in bestehende berufliche Qualifizierungsmaßnahmen integrieren. Die Aufnahme einer Beschäftigung in einer Werkstatt für angepasste Arbeit ist aufgrund der bestehenden Verhaltensauffälligkeiten nicht möglich. Die hier angesprochenen jungen Menschen fallen wegen der multiplen Problematik durch das „Raster“ der gängigen Förderstrukturen. Sie sitzen sozusagen zwischen allen Stühlen und erhalten aufgrund fehlender passgenauer Angebote eine falsche oder gar keine Förderung. Dieser Personenkreis ist of nur über die persönliche Beziehung zum Betreuer zu erreichen und zu motivieren. Er benötigt eine intensive und individuelle Förderung und permanente Ansprache, die in regulären Arbeits- und Ausbildungsbereichen nicht zu realisieren ist. Die üblichen Erwartungen an die Arbeitstugenden als Voraussetzung für eine Arbeitsaufnahme sind kaum vorhanden und müssen zunächst in kleinen Schritten und kontinuierlich eingeübt werden. Zudem ist aufgrund der leichten Ablenkbarkeit und der vorhandenen Konzentrationsschwäche eine erhöhte Kontrolle unabdingbar, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Somit ist eine Betreuung in kleinen überschaubaren Gruppen Grundvoraussetzung für die Beschäftigung und Förderung. Der Schwerpunkt liegt zunächst im Beziehungsaufbau. Erst wenn sich eine gefestigte Beziehung zwischen den jungen Menschen und dem Betreuer entwickelt hat, können schrittweise Anforderungen gestellt und weitere berufliche Perspektiven entwickelt werden.
Wir sind davon überzeugt, dass auch diese Menschen das notwendige Entwicklungspotenzial mitbringen und sich bei einer qualifizierten Vorbereitung den Anforderungen der Arbeitswelt stellen können. Ziel ist also nicht die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze, sondern eine zeitlich begrenzte Vorbereitung auf vorhandene weiterqualifizierende Angebote.
Ausstattung und Lage
Ausstattung und Lage
Die Trainingswerkstatt ist unterteilt in die Arbeitsbereiche: Holztechnik, Metalltechnik, Farbtechnik und Gartenbau. Jeder Arbeitsbereich ist fachgerecht mit Maschinen und Werkzeug ausgestattet und gibt den Teilnehmern somit die Möglichkeit, alle grundlegenden Arbeitstechniken zu erproben und zu erlernen. Die Arbeitsbereiche werden durch einen Gruppenbereich, einen Ruheraum und eine Küche ergänzt. Die Teilnehmer erproben sich flexibel nach ihren Stärken und Interessen in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Trainingswerkstatt ohne sich dabei an eine feste Abfolge halten zu müssen und ohne die Bezugspersonen zu wechseln.
Die Trainingswerkstatt befindet sich in unmittelbarer Nähe unserer Betriebe auf dem Campus Wittlaer der Graf-Recke-Stiftung im Düsseldorfer Norden. In direkter Nähe befinden sich die verschiedenen Wohnangebote. Das ausgedehnte Heimgelände mit Sportplätzen, Turn- und Gymnastikhalle sowie einem Hochseil-Klettergarten ermöglicht vielfältige Angebote.

