Für mehr Akzeptanz und Teilhabe psychisch erkrankter Menschen

Der Sozialpsychiatrische Verbund der Graf Recke Stiftung hat im Sommer 2015 die Zusage bekommen, als einer von fünf Modellstandorten in Deutschland am Modellprojekt „Willkommenskultur in Wohnquartier und Zivilgesellschaft“ (inzwischen umbenannt in "Miteinander inklusiv") der Diakonie Deutschland teilzunehmen. Das Modellprojekt wird von der Aktion Mensch gefördert.

Ziel des Projektes ist es, ein Handlungskonzept zu entwickeln, das die Akzeptanz und Teilhabe von psychisch erkrankten Menschen, hier auch ausdrücklich der schwer psychisch erkrankten Menschen, deutlich verbessert. Bei der Auswahl der Modellstandorte wurde auf Heterogenität der Träger geachtet, sowohl hinsichtlich der Größe als auch der Einbettung in städtische oder ländliche Areale. Außerdem sollten nach Möglichkeit Träger aus dem gesamten Bundesgebiet Berücksichtigung finden.

Die Projektlaufzeit ist in zwei Erprobungsphasen gegliedert. Die erste umfasst den Zeitraum bis Ende 2016, die zweite bis Dezember 2017, endet spätestens jedoch im Juli 2018. Die Fachhochschule der Diakonie begleitet das Projekt hinsichtlich einer Evaluation, die ebenfalls Ende 2018 abgeschlossen sein soll. Die Diakonie Deutschland wird in 2018 Fachartikel und eine Buchpublikation zum Gesamtprojekt veröffentlichen. Ein trialogisch besetzter Beirat, der bereits an der Projektausgestaltung und an der Entscheidungsfindung, welche Projektanträge berücksichtigt wurden, beteiligt war, begleitet und steuert das Projekt während der gesamten Laufzeit. Neben der Auftaktveranstaltung, die bereits im November in Kassel stattgefunden hat, sind bis 2018 zwei weitere Fachtagungen geplant.

Angebote der Graf Recke Stiftung für mehr Vernetzung im Stadtteil Grafenberg

Bei den Angeboten der Graf Recke Stiftung sind besonders das SPZ als Begegnungs- und Beratungsstätte mit dem öffentlichen Café ESS PE ZET, der Spielwarenladen „SchauSpielHaus“ sowie die Praxis für Ergotherapie, die allesamt einen direkten Kontakt ins Quartier ermöglichen, zu nennen. Weiter hilfreich dürften bereits im Stadtteil etablierte Veranstaltungen wie das Sommerfest, der Weihnachtsmarkt oder die regelmäßigen Vernissagen der Ausstellungen im Café sein. Sie sind im Laufe der Jahre konzeptionell immer mehr daraufhin geplant worden, die Bewohner des Quartiers anzusprechen und so positive Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Aber auch die Veranstaltungen und Projekte, die mit Kooperationspartnern im Stadtteil entwickelt und umgesetzt wurden wie die Veranstaltung einer „Grafenberger Buchwoche“ mit Lesungen und Workshops rund ums Buch, ein inklusiver Literaturkreis und Kreativprojekte tragen zu einer Vernetzung im Stadtteil bei.

„Das Modellprojekt sehen wir als große Chance, im Verbund mit den anderen Modellstandorten eine Willkommens- und Anerkennungskultur im Stadtteil unter Berücksichtigung der speziellen Bedarfe und Bedürfnisse schwer psychisch erkrankter Menschen zu gestalten, dabei von den Erfahrungen der anderen zu profitieren und nicht zuletzt als gemeinsames Projekt mehr Gehör zu finden“, fasst Nicole Paulussen als Leiterin die Haltung des Geschäftsbereiches Sozialpsychiatrie & Heilpädagogik zusammen. „Auf jeden Fall aber verspricht die Teilnahme am Modellprojekt unserem bisherigen Streben nach Inklusion und einer Vernetzung im Stadtteil noch mehr Gewicht und eine andere Zielgerichtetheit zu geben. Und es bietet nicht zuletzt auch noch mal Raum für neue und kreative Methoden der Arbeit und Zusammenarbeit."