Sozialpsychiatrischer Verbund
Ergo- und Arbeitstherapie
Eine psychische Erkrankung kann zur Folge haben, dass der Alltag als grau und eintönig erlebt wird. Ein Teil der Betroffenen leidet unter Kraftlosigkeit und Antriebsarmut. Tätigkeiten, die vor der Erkrankung noch so mühelos verrichtet wurden, sind scheinbar verschüttet oder drohen, verschüttet zu werden. Den Anforderungen des sogenannten "ersten Arbeitsmarktes", dem dort herrschenden Leistungsdruck, fühlen sich viele nicht mehr gewachsen. Das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und das Selbstwertgefühl leiden darunter.
Die Ergotherapie und die Arbeitstherapie sollen bei der Überwindung dieser Schwierigkeiten helfen. Sie nehmen den natürlichen Wunsch auf, Werte zu schaffen, Freude am Selbstgeschaffenen zu empfinden und das Selbstwertgefühl durch eigene Leistung zu erhöhen.
Sie sollen die Interessen und Fähigkeiten der Menschen wecken, anregen und entfalten. Sie sollen dem Betroffenen die Entdeckung bisher unerschlossener Fähigkeiten ermöglichen. Innerhalb von Gruppenangeboten soll das Gemeinschaftsgefühl und die Mitverantwortung für den anderen wieder gestärkt werden.
Der Bereich Ergotherapie richtet sein Augenmerk eher auf die kreativen Möglichkeiten, auf Fort- und Weiterbildung, auf die Erweiterung der "Spiel-Räume" eines Einzelnen und einer Gruppe.
Der Bereich Arbeitstherapie hingegen erprobt und trainiert konkret die Arbeitsfähigkeiten, um somit langfristig auf den "ersten Arbeitsmarkt" vorzubereiten.
Unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Interessen, Fähigkeiten und Vorlieben des Einzelnen, seiner beruflichen Vorbildung und seiner Belastbarkeit wird mit jedem Einzelnen gemeinsam ein Teil aus unseren Angeboten ausgewählt. Dauer, zeitlicher Umfang und konkrete Tätigkeiten werden festgelegt.
Das kann für den Einen Förderung der beruflichen Arbeitsfähigkeiten bedeuten – mit dem Ziel, eine berufliche Rehabilitation zu beginnen. Für den Anderen kann es ein Ziel sein, eine Tagesstruktur zu erarbeiten und Freude am Schaffen zu gewinnen.
