"Das gibt mir Halt und neuen Mut"

„Machen Medikamente krank?“ Mit dieser Fragestellung aus der Gruppe leitet Dr. Baumgarte an diesem Tag das Treffen der Angehörigen-Gruppe ein. Sie ist nicht zum ersten Mal als Dozentin zu Gast. Vor einem Jahr besuchte die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie die Gruppe schon einmal, um ihr Wissen mit den Angehörigen zu teilen. Heute klärt sie über erwünschte und unerwünschte Nebenwirkungen von Psychopharmaka auf, sie erzählt von den Rück- und Fortschritten der Wissenschaft bei der Entwicklung von Medikamenten und berichtet aus ihrem im Berufsalltag.

Impulse und Fragen kommen aber nicht nur von Seiten der Dozentin. Vielmehr gehört es zum Konzept der Gruppe, auch den Angehörigen genügend Raum für anregende und konstruktive Gespräche zu geben. Zwischenfragen sind deshalb ausdrücklich erwünscht. So fragt Tanja, wie man der medikamentenbedingten Gewichtszunahme ihres Sohnes entgegenwirken könne. Mona möchte wissen, welches Medikament bei ihrer Tochter den Tremor, ein Muskelzucken, auslöst. Dozentin Baumgarte geht auf die Fragen ein und ermutigt die Angehörigen, auch mit dem Betroffenen über eine Reduzierung der Medikamentendosis nachzudenken. Zum Abschluss gibt sie der Gruppe mit auf den Weg: „Die Kontrolle der Therapie ist das Wichtige - im Sinne eines kritischen Hinguckens“.

„Haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Bedeutung die Krankheit für ihren Angehörigen oder Sie hat?“, fragt die Ärztin. Die Angehörigen besprechen nicht einfache Themen in angenehmer Atmosphäre zwischen Cola, Wasser, Häppchen und Salzstangen. Anne schätzt an diesen Treffen besonders den Erfahrungsaustausch untereinander: „Es ist sehr entlastend, mit anderen Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, sprechen zu können. Das gibt Halt und neuen Mut.“

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