Aufnahmegruppe Wittlaer

Inobhutnahmegruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf dem Campus Düsseldorf-Wittlaer

Kurzvorstellung Die Inobhutnahmegruppe ist eine vollstationäre Wohngruppe für acht männliche Kinder und Jugendliche im Alter ab 13 Jahre, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Durch individuelle und bedarfsorientierte Angebote gehen wir wertschätzend und respektvoll mit den jungen Menschen um. Dabei berücksichtigen wir im Besonderen ihre Herkunftskulturen und ihrer individuellen, oft traumatischen Erlebnisse. Somit erleichtern wir den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen den ersten Kontakt mit in unserer Gesellschaft und deren Moral- und Normvorstellungen. Die Betreuung in der Wohngruppe erfolgt auf der Grundlage des § 42 SGB VIII. Der Aufenthalt in der Inobhutnahmegruppe ist auf einen begrenzten Zeitraum von in der Regel nicht mehr als drei Monaten ausgelegt

Unser Ziel ist die individuelle Stabilisierung der jungen Menschen

Zielgruppen und Ziele Zielgruppe der Inobhutnahmegruppe sind unbegleitete minderjährige männliche Flüchtlinge im Aufnahmealter ab 13 Jahre, deren Personensorgeberechtigte oder Erziehungsberechtigte sich nicht im Inland befinden. Die jungen Menschen sind den umliegenden Jugendämtern erst kürzlich bekannt geworden und demzufolge bisher unversorgt. Sie benötigen mit ihren Problemlagen nach häufig traumatisierenden Erlebnissen in der Heimat oder auf dem Fluchtweg einen sicheren Ort, an dem sie zunächst zur Ruhe kommen können.

Ziel unserer Arbeit ist zunächst die individuelle Stabilisierung der jungen Menschen in einer tiefgreifenden Lebenskrise. Wir bieten ihnen einen strukturierten Rahmen, in dem sie zur Ruhe kommen können. Wir gewährleisten die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen, Körperhygiene, Versorgung mit Kleidung.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt leiten wir weitere Schritte ein, insbesondere: 

  • Erstbefragung durch das zuweisende Jugendamt 
  • ärztliche Untersuchung 
  • Zusammenarbeit mit dem bestellten Vormund 
  • enge Zusammenarbeit mit der Clearingstelle der Graf Recke Erziehung & Bildung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 
  • Anbahnung von ersten Maßnahmen zur Sprach – und Kulturvermittlung (Sprachkurs 1) 
  • weitere zu dem Zeitpunkt bereits erkennbare notwendige medizinische und psychologische Versorgung 
  • Vermittlung oder Einbeziehung eines Sprach- und Kulturvermittlers

Ankommen, Ruhe finden, Hilfe bekommen

Angebot Für jeden Jugendlichen steht ein möbliertes und mit Hauswäsche bestücktes Einzelzimmer zur Verfügung. Der aufnehmende Mitarbeitende erfragt und erspürt die unmittelbaren Bedürfnisse der jungen Menschen und vermittelt dem Jugendlichen dabei eine erste Orientierung über das neue Umfeld. Nach Möglichkeit organisiert der oder die Mitarbeitende für den darauffolgenden Werktag ein ausführliches Gespräch mit einem kompetenten Kultur- und Sprachvermittler. 

Zur Ruhekommen und die Befriedigung der Grundbedürfnisse der jungen Flüchtlinge stehen zunächst im Vordergrund. Dazu gehören als erstes Essen, Schlafen und Körperhygiene, darüber hinaus die Versorgung mit Kleidung. 

Die Organisation weiterer Hilfen, die parallel oder anschließend erfolgen können, geschieht in enger Abstimmung mit dem Jugendamt und mit dem Vormund. Jugendamt und Vormund treffen in der Regel die grundlegenden Entscheidungen, die Inobhutnahmegruppe organisiert und begleitet die Termine und Maßnahmen. Die jungen Menschen werden weitestgehend, gegebenenfalls unter Einbeziehung eines Kultur- und Sprachvermittlers, am Prozess beteiligt. 

Die Gruppe arbeitet eng mit unserer Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zusammen. Die Fachkräfte der Gruppe stehen im engen Austausch mit denen der Clearingstelle, insbesondere um in Abstimmung mit Jugendamt und Vormund die notwendigen Schritte für die Zeit nach dem Aufenthalt in der Inobhutnahmegruppe vorzubereiten und einzuleiten. 

Erfahrene Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen

Personal  Die Mitarbeitenden verfügen über 

  • langjährige Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe,
  • Erfahrungen in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen,
  • unterschiedliche Zusatzqualifikationen (z.B. Traumapädagogik),
  • Fremdsprachenkenntnisse.
  • Ein Teil der Mitarbeitenden hat selbst einen Migrationshintergrund
  • Durch die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen wird die Qualität der Arbeit gesichert. 

Alle Mitarbeitenden des Teams haben das PART-Seminar (Deeskalationstraining zum professionellen Umgang mit Aggressionen) besucht und sind auf diese Weise zusätzlich geschult, um auch in kritischen Situationen adäquat handeln zu können. 

Personalschlüssel: 1:0,82, ausschließlich Pädagogische Fachkräfte, 9,8 Vollzeitkräfte, zusätzlich eine 0,5-Stelle Hauswirtschaftskraft.

Kontakt

Aufnahmegruppe Wittlaer
Johannes-Karsch-Weg 10
40489 Düsseldorf
E-Mail: aufnahmegruppe-wittlaer@graf-recke-stiftung.de

Fachaufsicht
Hans-Jürgen Fischer
Tel.: 0211. 4055-2128
E-Mail: h.fischer@graf-recke-stiftung.de

Chinonso aus Nigeria (rechts) und Harun aus dem Irak