Inklusion

Inklusion in aller Munde – aber was ist das eigentlich genau?

Inklusion (aus dem Lateinischen: includere = einbeziehen) strebt an, die Gesellschaft von Anfang so zu gestalten, dass jeder Mensch gleichberechtigt an allen Prozessen teilnehmen kann – unabhängig von persönlichen Fähigkeiten, Herkunft, Geschlecht oder Alter. Für den Bereich Schule und Unterricht bedeutet das konkret, dass alle Kinder, egal ob mit oder ohne besonderen Förderbedarf, auch an der allgemeinen Schule unterrichtet werden sollen oder können. Das bedeutet aber auch, dass man an den allgemeinen Schulen Voraussetzungen schaffen muss, damit den Bedürfnissen dieser Kinder und Jugendlichen ausreichend nachgekommen werden kann.

Da die Schaffung eines inklusiven Bildungssystems im Zusammenhang mit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention erst im März 2009 angeregt wurde, sind viele allgemeine Schulen zurzeit noch auf der Suche danach, wie sie diesem Anspruch in der Schulwirklichkeit auch gerecht werden können. Ganz einfach ist das noch nicht, denn die Klassen in den Regelschulen sind nach wie vor groß. Zusätzliche Lehrer, die sich nicht nur ein paar Stunden um Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf kümmern können, werden nicht ausreichend zur Verfügung gestellt. Auch Beziehungsarbeit will gelernt sein. Kleine Klassen, Pausensituationen mit geringer Schülerzahl, Klassenlehrerprinzip bis ins letzte Schuljahr, schwerpunktmäßige Beziehungsarbeit und die Möglichkeit zu individuellen Lösungen sind nur an Förderschulen denkbar. Insofern halten wir die separierende Beschulung mancher Schüler für durchaus sinnvoll, da sowohl die Schüler als auch die Lehrer/Schule teilweise mit einer inklusiven Beschulung überfordert sind. Der größte Teil unserer Arbeit besteht (noch) in der Betreuung und Beschulung der Schüler mit dem Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung in unserem Stammschulgebäude hier in Wittlaer.

Inklusion an der Martin-Luther-King-Gesamtschule

Seit dem Schuljahr 2012/2013 hat die Private Schule I der Graf Recke Stiftung ihr Aufgabenfeld um einen Bereich erweitert: mit derzeit 16 Wochenstunden werden an der Martin-Luther-King-Gesamtschule Schüler an ihrer Schule betreut, die den Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (ES) haben. Zunächst waren nur zwei Schüler eindeutig festgeschrieben. Doch es stellte sich schnell heraus, dass es viele Schüler und Schülerinnen gibt, die zwar nicht offiziell getestet sind, aber dennoch enorme Verhaltensauffälligkeiten im Lern - und Sozialverhalten zeigen. Die Aufgaben der dort tätigen Sonderpädagogin kann man derzeit wie folgt skizzieren:

  • Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht-Einzelfallhilfe und persönliche Beratung der Schüler/innen
  • Begleitung der Schülerinnen und Schüler zu Jugendberatungsstellen
  • Eröffnung neuer Perspektiven nach Beendigung der Schulzeit - Teilnahme an Schulveranstaltungen (Bundesjugendspiele, Sommerfest, Klassenausflüge, Wanderfahrten, Projektwoche.....)
  • Beratung der Lehrer/innen im Umgang mit schwierigen Schülern
  • Teilnahme an Team- und Fachkonferenzen
  • Beratungsangebote für Eltern mit schwierigen Kindern
  • Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und sozialen Diensten wie Jugendämter, Jugendberatungsstellen

 

Die Eltern entscheiden sich für die Schule ihrer Wahl

Im Gegensatz zu früher haben Eltern jetzt die Wahl, ob sie ihr Kind an einer Förderschule oder auf einer allgemeinen Schule anmelden. Das heißt aber auch, dass sie selbst entscheiden müssen, welche Schule für ihr Kind das Beste ist. Keine leichte Aufgabe, denn welcher Ort die besten Möglichkeiten für die Entwicklung eines Kindes bietet, hängt von vielen Faktoren ab. Viele Eltern wollen gerne, dass ihr Kind so viel Normalität wie möglich erfährt. Ein nachvollziehbarer Wunsch, aber nicht immer tut diese "Normalität" den Kindern auch gut. Da es unser Ziel ist, für die Kinder und Jugendlichen in schwierigen Phasen herauszufinden, wie und wo sie die besten Förderbedingungen antreffen, empfehlen wir diese für ihr Kind zukunftsweisende Entscheidung nach eingehender Beratung zu treffen. Für ein solches Beratungsgespräch stehen wir ihnen gerne zur Verfügung.