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Das Betreuungsnetzwerk Mutter/Vater-Kind

Das Betreuungsnetzwerk Mutter/Vater-Kind in Hilden ist ein abgestuftes Wohnangebot der Graf Recke Erziehung & Bildung für minderjährige sowie junge volljährige Schwangere und Mütter sowie junge Väter und ihre Babys, die wegen persönlicher und sozialer Schwierigkeiten für sich und ihr Kind gezielte erzieherische Hilfen benötigen. Es besteht aus der Wohngruppe und der Appartementbetreuung. Im Anschluss kann die Betreuung im Rahmen von Fachleistungsstunden in einer eigenen Wohnung im Sozialraum stattfinden.

In der Wohngruppe leben zurzeit sechs Mütter und deren Kinder gemeinsam in einem gesicherten Rahmen mit einer 24-Stunden-Intensivbetreuung. 

Eine Aufnahme von Vätern ist aufgrund der räumlichen Trennung inzwischen möglich.

Für drei weitere Eltern und ihre Kinder stehen Appartements in einer separaten Betreuungsform als Anschlussmaßnahme zur Verfügung. Auf Anfrage kann eine Unterbringung direkt in der Appartementbetreuung geprüft werden.

Junge Mütter und Väter befähigen, verantwortungsvoll für ihr Kind zu handeln

Generelles Ziel ist es, die jungen Eltern zu befähigen, für sich und ihr Kind verantwortungsvoll zu handeln und sie auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. 

Leitgedanke bei der Erarbeitung der individuellen Hilfe ist, die Mutter oder den Vater im Umgang mit dem Kind sicher zu machen, ihr Selbstvertrauen mit dem Kind zu fördern sowie die Kommunikation und die Bindung zwischen Mutter oder Vater und Kind zu stärken. 

Das Wohl des Kindes steht grundsätzlich im Mittelpunkt unserer Arbeit. Damit verbunden ist der Aufbau einer tragfähigen Eltern-Kind-Beziehung, die als Schutz und Basis für die Entwicklung des Kindes unerlässlich ist.

Begleitung, Anleitung und Förderung der Mütter und Väter mit ihren Kindern

Das pädagogische Konzept umfasst die Begleitung der Schwangeren, die Anleitung zur Versorgung, Betreuung und Förderung des Kindes, den Aufbau und Erhalt der Eltern-Kind-Bindung sowie die Unterstützung in allen lebenspraktischen Belangen.

Die eigene Persönlichkeit der Mutter oder des Vaters und deren Ressourcen werden gestärkt und gefördert. Auch wird eine berufliche Perspektive erarbeitet. Die Mütter sollen befähigt werden, ein möglichst eigenständiges Leben zu führen. Dazu müssen sie lebenspraktische Fähigkeiten erlangen, insbesondere in Bereichen wie Haushaltsführung, Finanzverwaltung und Umgang mit Behörden. Die individuellen Erziehungsziele werden im Hilfeplan konkret definiert und an den zum jeweiligen Zeitpunkt absehbaren und möglichen Bedingungen, Fähigkeiten und Vorstellungen der einzelnen Betreuten orientiert. 

Die Gruppe dient als soziales Lernfeld. Es gilt, eine ausgewogene Balance zwischen individuellen Bedürfnissen der Mutter, den alters- und entwicklungsentsprechenden Bedürfnissen des Kindes und den Gruppenbedürfnissen herzustellen. 

Das Team

Sechs Vollzeitkräfte sind mit pädagogischen Mitarbeitenden (Erzieher und Sozialpädagogen) besetzt, die alle über eine Zusatzausbildung zum Marteo Meo Practitioner verfügen. Im Umfang einer 0,3-Stelle steht zudem eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin zur Verfügung. 

Das Team wird ergänzt von einer Hauswirtschafterin, die über die Grundversorgung der Gruppe hinaus auch das Anleiten der Eltern zum Erlernen hauswirtschaftlicher Fertigkeiten übernimmt.

Rückführungskonzept

Müttern oder Vätern, die zuvor von ihrem Kind getrennt wurden, ermöglichen wir auf der Grundlage der §§ 34 bzw. 41 SGB VIII, sich eine langsame Rückführung des Kindes zu ihnen zu erarbeiten. Es findet zuerst eine Anbahnungsphase statt. Die Mutter oder der Vater lebt sich zunächst ohne Kind in den Alltag der Gruppe ein und reflektiert ihre/seine derzeitige Situation mit Perspektivplanung und Umsetzung. Besuchskontakte zum Kind werden im geschützten Rahmen angebahnt und beibehalten. 

Nach einem positiven Verlauf findet die Intensivierungsphase statt. Es finden im engeren Zeitraum Kontakte statt. Selbstständigkeit wird erarbeitet, deren Ausprägung intensiv besprochen und reflektiert. Die Entwicklungsschritte werden stets begleitet und forciert. 

Die letzten Schritte sind Übernachtungen des Kindes beim Elternteil und das Einbringen in den Alltag.