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Brief an Angehörige in der Pandemie

Sehr geehrte Angehörige!

Ein Mensch, der Ihnen nahe steht, lebt in einer Einrichtung unserer Graf Recke Stiftung oder wird von uns begleitet und gefördert.

Möglicherweise ist es Ihr Sohn, der unsere Kitas oder Schulen besucht, oder es ist Ihre Tochter, die in einer unserer Wohngruppen lebt. Oder es ist Ihr Bruder oder Ihre Schwester, die in einem unserer Häuser der Sozialpsychiatrie oder der Heilpädagogik lebt. Oder es ist Ihre (Groß-) Mutter oder Ihr (Groß-) Vater, der in einem unserer Seniorenzentren lebt.

Sie kennen es, dass man sich immer wieder mal Sorgen über Familienmitglieder macht. In den vergangenen Wochen und Monaten sind noch einige große Sorgen hinzugekommen: Die Sorge, dass sich Ihre Angehörigen mit dem Coronavirus anstecken könnten. Oder im Falle einer Ansteckung die bange Frage, wie schwer die Erkrankung sein wird. Und auch die Sorge, wie Ihre Angehörigen, die bei uns leben, mit den Schutzmaßnahmen zurechtkommen. Wie sehr sie unter den notwendigen Besuchsregeln und Abstandsregeln leiden.

Gerade in den letzten Wochen mussten wir erleben und erleiden, dass es in mehreren unserer Seniorenzentren zu Corona-Ausbrüchen gekommen ist. Und dies geschah trotz aller gründlichen Vorsichtsmaßnahmen und trotz auch Ihrer Selbstbeschränkungen bei Besuchen. Das ist bitter und bedrückt uns sehr. Es ist auch deswegen bitter, weil ja „das rettende Ufer“ des Impfschutzes so nah ist, wie wir es zu Beginn der Pandemie nicht erwartet haben. Denn damals sah es so aus, als dauere die Entwicklung eines Impfstoffes wesentlich länger.

Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um Ihre Familienmitglieder „an das rettende Ufer“ zu bringen. Wir sind auch für Sie, die Angehörigen, da. Für Ihre Fragen und für Ihre Sorgen.

Und wir fühlen mit den Familien unter Ihnen, die von einem lieben Menschen Abschied nehmen mussten, der an Corona verstorben ist.

Unser Sorgen füreinander, unsere Sorgen umeinander und unser Fühlen mit Ihnen vertrauen wir Gott an, so wie es weltweit auch viele andere Menschen tun, indem wir beten:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Gott segne Sie und behüte Sie!

Petra Skodzig, Pfarrer Markus Eisele (Vorstand)
Pfarrer Dietmar Redeker (Seelsorger der Graf Recke Stiftung)

 

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