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Dorotheenviertel Hilden: Mehr Teilhabe und Lebensqualität für Menschen mit schwerer Demenz

Gegenwärtig leben in Deutschland rund 1,6 Millionen Menschen mit einer demenziellen Veränderung. Zwischen 2005 und 2015 ist die Zahl der Menschen in Deutschland mit richterlichem Unterbringungsbeschluss um 24 Prozent angestiegen. Meist sind die Betroffen somatisch völlig gesund und sie haben einen großen Bewegungsdrang und Interesse an sozialer Interaktion.

Unser Geschäftsbereich Wohnen & Pflege im Dorotheenviertel Hilden bietet insgesamt 233 vollstationäre sowie Kurzeitpflegeplätze in seinen Pflegeeinrichtungen Haus Ahorn, Haus Buche und Haus Linde sowie 46 Service-Wohneinheiten an. Das Haus Ahorn mit 119 Plätzen ist dabei eine Facheinrichtung für ältere Menschen mit körperlichen und psychischen Erkrankungen wie schwere Demenz (Gerontopsychiatrie).

Ab diesem Jahr stehen große Veränderungen an: Die Einrichtungen in Hilden werden baulich, fachlich-konzeptionell erweitert und das Angebot für Menschen mit schwerer Demenz unter Teilhabe- und aus Normalitätsgesichtspunkten weiterentwickelt. 

Mit der Umgestaltung des Haus Ahorn schafft die Graf Recke Stiftung eine Lebenswelt für Menschen mit schwerer Demenz. Ein Leben in einem offenen Quartier ist für diese Menschen, die auf richterliche Anordnung in geschlossenen Einrichtungen leben, nicht möglich. Eine Betreuung zuhause bedeutet meist eine extreme Überforderung der Pflegenden, meist die Angehörigen.

Menschen mit Demenz stärken

Im Bereich der Gerontopsychiatrie blickt die Graf Recke Stiftung in Hilden auf eine Expertise von vier Jahrzehnten zurück.

Menschen mit Demenz brauchen ein Umfeld, das ihnen Orientierung bietet und so großzügig angelegt ist, dass sie ihre Umgebung nicht als abgeschlossen empfinden. Das neue Dorotheenviertel wird mehr soziale Teilhabemöglichkeiten bieten und die Lebensstile und biografischen Hintergründe der zu betreuenden Menschen berücksichtigen – und so die Lebensqualität steigern. Nicht die Erfordernisse der Pflege bestimmen den Alltag in den eingeschossigen Hausgemeinschaften und der Umgebung, sondern die Bedürfnisse der Bewohner und ihre individuelle Tagesrhythmen.

Wohnen in Lebensräumen

Für die Betreuung und Versorgung in Hausgemeinschaften werden im Jahr 2018 zunächst zwei Ersatzbauten geschaffen. Zudem wird eine Infrastruktur als eine Brücke zwischen dem geschützten und dem offenen Bereich des Viertels entstehen. Dazu gehören etwa ein Einkaufsladen, ein Multifunktionssaal, der sowohl als Kapelle als auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann, sowie Praxisräume. Weitere Angebote im geschützten Bereich des Dorotheenviertel sind unter anderem ein Friseur, ein Bistro, begrünte Flachdächer, Innenhöfe in jeder Hausgemeinschaft und eine nachhaltige Holzbauweise. 

Konzeptionell stärkt der Einsatz von qualifizierten Präsenzkräften die soziale Begleitung und Betreuung der Bewohner in den Hausgemeinschaften.