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Geschichten in Zeiten des Coronavirus

Wie die Graf Recke Stiftung den Alltag im Ausnahmezustand stemmt: Hier sammelt das Referat Kommunikation, Kultur & Fundraising Eindrücke und Erfahrungen aus allen Bereichen.
Kontakt: Dr. Roelf Bleeker, Mail: r.bleeker@graf-recke-stiftung.de

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(1. April, 14 Uhr) Die Einführung von Kurzarbeit in unserem Familien unterstützenden Dienst (FuD) hat viele der davon betroffenen 950 Inklusionsbegleiterinnen und -begleiter beunruhigt. Gleichzeitig gab es aber auch positive Resonanz auf diese Maßnahme zum Erhalt der vielen Arbeitsplätze im FuD. So schreibt eine Mitarbeiterin an ihre Dienststellenleitung: "Auch wenn dies sicherlich kein einfacher Umstand ist, wollte ich Ihnen trotzdem auf diesem Wege einen kurzen Dank an Sie und die weiteren Entscheidungsträger mitteilen. Dass Sie es uns ermöglichen, trotz aller Umstände in einem Arbeitsverhältnis zu bleiben und Sie sogar das Kurzarbeiterentgelt um zehn Prozent anheben, finde ich sehr lobenswert, denn es sind für alle besondere und herausfordernde Zeiten! Ich möchte an dieser Stelle auch erwähnen, das ich mit Ihrem Träger seit Beginn meiner Einstellung wirklich nur positive Erfahrungen gemacht habe. Trotz der Größe Ihres Trägers verfügt alles über eine so gute Struktur, das man selbst als ,kleinerer' Angestellter zügig und gut informiert ist! Das ist nicht selbstverständlich! Von daher trage ich gerne die momentane Situation und Entscheidung mit und bin mir sicher, das es bald auch wieder einen positiveren Blick in die Zukunft gibt!"

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Ideen-Post für Kita-Kinder gegen die Langeweile

Kitas und Spielplätze sind geschlossen, da braucht es kreative Ideen.

(31. März, 18 Uhr) Schulen und Kitas sind geschlossen. Um die Zeit gut zu überbrücken, haben wir weitere kreative Tipps für die Corona-Zeit zuhause erhalten.

So haben die Kolleginnen und Kollegen des Kindergartens Regenbogen in Angermund für die Familien eine "Regenbogen-Ideen-Post" gestaltet. "Darin befinden sich zahlreiche verschiedene Ideen, die die Familien zu Hause mit den Kindern umsetzen können", erklärt Kita-Leiterin Rabea Abraham.

Die Ideenpost wird jeden Sonntag für eine Woche an die Familien verschickt. Darin finden sich zahlreiche Ideen und Anleitungen für Kreativität, Bewegung und Ablenkung daheim.

Hier gibt es die "Regenbogen-Ideen-Post" Nummer 1 als PDF-Download zum Mitmachen.

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55 Rezepte in Wort und Bild

(31. März, 12 Uhr) Gestern gab es Tipps vom Fachmann, wie man Kinder in Zeiten der Heimarbeit bei Laune hält. Mitarbeitende des Fachbereichs III der Graf Recke Erziehung & Bildung haben schon letzte Woche eine "Challenge" angeschoben, um die Bewohner der Wohngruppen in Zeiten des Coronavirus bei Laune zu halten (wir berichteten an dieser Stelle am 26. März davon). Erste Aufgabe: Schickt uns Euer Lieblingsrezept - malt, schreibt, fotografiert, dreht einen kleinen Film..." Die Resonanz war riesig: 55 Seiten füllt das daraus entstandene Kochbuch schon, es wurde tatsächlich geschrieben, fotografiert, gefilmt und - gemalt: Hier eine Auswahl aus der Fülle der Einsendungen, passend zur Mittagszeit. Die nächsten Aufgaben sind schon ausgeschrieben - wir bleiben dran.

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Heimarbeit mit Kindern: Tipps vom Experten

(30. März, 18 Uhr). Viele Mitarbeitende der Graf Recke Stiftung müssen im Moment verstärkt oder ganz von zu Hause aus arbeiten. Wenn gleichzeitig Kinder zu betreuen sind, stellt das die Heimarbeitenden vor eine große Herausforderung. Volker Rohse (Foto), Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen im Kirchenkreis An der Ruhr, hat einige Tipps zusammengestellt, die diese Herausforderung meistern helfen sollen. Zu seinen Tipps gehören ein strukturierter Wochenplan, den alle gemeinsam erstellen.

Hier weitere Hilfestellungen des Diplom-Psychologen und Familientherapeuten für den Spagat zwischen Heimarbeit und Kinderbetreuung.

(Foto: Ev. Beratungsstelle An der Ruhr)

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Leere Tische, Bänke und Flure

(30. März, 8.30 Uhr) Ungewohntes Bild an einem Montagmorgen außerhalb der Ferienzeiten. "Das Schulgebäude ist, mit wenigen Ausnahmen von Verwaltungskräften und Schulleitung, wie leergefegt und von einer außergewöhnlichen Stille durchzogen", berichter der Leiter unserer Schule I, Benedikt Florian,  vom Buschgasser Weg 25 in Wittlaer. Der Kontakt zwischen den Lehrkräften mit ihren Schülerinnen und Schülern erfolge zurzeit ausschließlich per Telefon und E-Mail . Die Schule leer, sie fällt aber nicht aus: "Alle Schülerinnen und Schüler", versichert der Schulleiter, "sind mit Aufgaben zur häuslichen Erledigung versorgt". Die Notbetreuung für Kinder von Schlüsselpersonen wird in den Graf Recke Schulen kaum in Anspruch genommen.

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Ein Sorgenbaum trägt die Gedanken in die Gemeinde

(27. März, 18 Uhr) Ein "Sorgenbaum" oder auch "Gebete-und-Wünsche-Baum" steht jetzt vor unserem Seniorenheim Haus Berlin in Neumünster. Hier befestigen Bewohner und Mitarbeitende ihre Gedanken und Wünsche zur aktuellen Situation unter dem Eindruck des Coronavirus. Von Zeit zu Zeit werden die Zettel abgeholt und in der benachbarten Kirchengemeinde aufgehängt. So werden die Gebete der Bewohner und Mitarbeitenden in die Gemeinde getragen.

"Ich wünsche mir, dass die Menschen in dieser Zeit zusammenhalten und nicht jeder nur an sich denkt", heißt es auf einem der Zettel, und weiter: "Ich wünsche mir, das bald alles wieder normal stattfinden darf und die Menschen sich wieder nähern dürfen." Auch vermissen Bewohner die regelmäßigen Gottesdienste im Haus, aber wird schon an einer Lösung gearbeitet: Die örtliche Gemeinde bereitet ein YouTube-Video eines der nächsten Gottesdienste vor, damit alle Bewohner ihn sehen können.

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Und wieder eine schöne Dankesgeste

(27. März, 14.30 Uhr) Und wieder ein nettes Dankeschön: "Das kam gerade von einer Angehörigen für die Mitarbeitenden im Wohnbereich 3", freut sich Birgit Kleekamp, Einrichtungsleiterin des Walter-Kobold-Hauses.

Aufgrund des Besuchsverbots in den Einrichtungen geben Angehörige und Nachbarn derzeit immer wieder kleine Aufmerksamkeiten an den Türen der Häuser ab. Um mit den Angehörigen in Kontakt zu bleiben, sind viele Senioren inzwischen auch per Videotelefonie mit ihnen verbunden.

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Challenge für die Jugendwohngruppen und Wohngemeinschaften

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(26. März, 12 Uhr) Keine Schule, kein gemeinsames Draußenspielen: Da soll keine Langeweile aufkommen in den Wohngruppen der Graf Recke Erziehung & Bildung. Zu diesem Zweck haben Mitarbeitende im Fachbereich III eine "Challenge", also eine Herausforderung, gestartet. Im Anschreiben dazu heißt es: "Liebe Bewohnerinnen und Bewohner. Wir werden ab sofort jede Wochen Aufgaben senden, um euch die Langeweile ein wenig zu vertreiben. Jeden Dienstag und jeden Freitag kommt eine neue Herausforderung. Jedes Mal, wenn ihr mitmacht, kommt der Name eurer WG oder Wohngruppe in den Lostopf. Wenn ihr ganz oft mitmacht, ist euer Name öfter im Lostopf und die Chance auf den Gewinn steigt. Zu gewinnen gibt es eine Gruppenaktion/Ausflug im Wert von 200 Euro. Die Aktion endet, wenn die Schule wieder startet!"

Erste Herausforderung: "Schickt uns euer Lieblingsrezept – malt, schreibt, fotografiert, dreht einen kleinen Film… Gerne dürft ihr auch mehrere Rezepte einsenden. Vielleicht bekommen wie so ein kleines oder großes FB3-Kochbuch zusammen. Einsendeschluss ist am Freitag den 27. März 2020."

Wir freuen uns auf Ergebnisse!

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Ein Regenbogen für die Menschen im Seniorenzentrum Zum Königshof

(26. März, 8 Uhr) Immer neue Wellen der Solidarität erreichen unser Seniorenzentrum Zum Königshof. Nach Pizza-, Blumen- und Kaffeespenden schreibt jetzt eine Familie aus Düsseldorf-Unterrath an unser Seniorenzentrum, um den Menschen dort eine Freude zu machen. "Sie dürfen ja aktuell keinen Besuch empfangen", schreibt die Familie in einer Mail.

"Unsere Tochter Nele (4) hat an der Aktion ,Kinder gegen Corona' teilgenommen. Sie hat ein Regenbogenbild gemalt. Dieses möchten wir Ihnen gern schicken, um etwas Hoffnung und Freude zu verbreiten. Alles wird gut!" Darunter grüßen Nele und ihr kleiner Bruder Mats.

Und es gibt auch noch ein PS: "Auch andere Menschen sollen Freude daran haben. Leiten Sie es gern auch an andere Menschen weiter. Danke!"

Das Bild darf also gern geteilt werden!

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"Krisenkiste" für die körperliche und seelische Gesundheit

(25. März, 18 Uhr) "Einfach nur klasse!", kommentierte ein Mitarbeiter unseres Seniorenheims Haus Berlin in Neumünster die Kiste, die er und seine Kolleginnen und Kollegen diese Woche von der Einrichtungsleitung erhielten. Als "Krisenkiste" soll sie die zurzeit besonders beanspruchten Mitarbeitenden weiter stärken und, so Geschäftsführer Jürgen Büstrin, "eine Geste des Zusammenhalts" sein. In der Kiste finden die Mitarbeitenden eine Menge Vitamine in Form von Obst, "ein paar Naschigkeiten für die Seele" (Büstrin) und Becher mit der Aufschrift "Pause wirklich machen" - sowie obendrauf einen persönlichen Dank der Leitung an die engagierten Kolleginnen und Kollegen.

Eine schöne Geste in anstrengenden Zeiten.

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Das macht Mut: Schon hundert Mund-Schutzmasken im Dorotheenviertel Hilden

(25. März, 11 Uhr) Aus dem Dorotheenviertel Hilden meldet uns Einrichtungsleiter Michael Zieger: "Stand heute früh haben wir von Mitarbeitenden, Freunden und Bekannten bereits über hundert selbst genähte Masken bekommen." Eine eine "Mut-mach-Geschichte" in dieser Zeit, findet Michael Zieger.

Wichtig für die Maskenproduktion ist, dass sie dreilagig genäht und kochfest sind.

Alle Bereiche freuen sich über weitere Masken.

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Klatschen und Singen auch für Jugend- und Behindertenhilfe

(24. März, 18 Uhr) In vielen Regionen und Kommunen feiern die Menschen – zu Recht – die Mitarbeitenden aus Gesundheitssystemen und Pflege. Und das völlig zu Recht! Ungehört und ungesehen bleiben sollen aber auch nicht die Kolleginnen und Kollegen aus der Jugend- oder der Behindertenhilfe und anderen sozialen Berufen, die in diesen Wochen unter extrem herausfordernden Bedingungen arbeiten. Auch hier geht die Arbeit weiter, denn auch diese Einrichtungen schicken Kinder und Jugendliche oder auch Erwachsene mit Unterstützungsbedarf nicht einfach nach Hause. Sich weiterhin um das Wohl dieser Schutzbefohlenen zu kümmern und ein sicheres Umfeld zu bieten: eine große Aufgabe, für die es großartige Menschen braucht.

Deshalb: Applaus, Gesang, Kerzen und Glockengeläut auch für sie!

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Solidarisches Angebot

(24. März, 11 Uhr) Eine Mitarbeiterin der Graf Recke Erziehung & Bildung schreibt ihrer Fachbereichsleitung nach einer erfolgreichen Operation: "Ich würde gerne, unabhängig vom möglichen Wiedereinstiegsdatum, meine Hilfe anbieten. Ich habe natürlich bestimmte Auflagen von den Ärzten, aber ich kann denken, organisieren, telefonieren und reden: Telefonkette, auch um Kinderbetreuung für die Pflegekräfte zu organisieren, kleinere Einkäufe, eventuell sogar natürlich immer zeitlich begrenzt, auch lebensnotwenige Dinge von A nach B bringen. Ich sehe das nicht als Arbeit, sondern rein als solidarisches Angebot mich in dieser Krise einzubringen."

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Nähen gegen das Virus

(24. März, 8 Uhr)  Mit der Nähmaschine gegen Corona - die Rheinische Post berichtet über selbstgemachte Mund-Schutzmasken, auch aus unserem Dorotheenviertel Hilden.

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Aufruf aus dem Dorotheenviertel Hilden: Gemeinsam nähen gegen die Mangelware

Sandra Reinartz (rechts) und ihre Schwester Sabrina Seehagen

(23. März, 18 Uhr) Mund-Schutzmasken sind derzeit Mangelware im ganzen Land. Wie die Kolleginnen des Sozialpsychiatrischen Verbunds in  Düsseldorf haben Sandra Reinartz und ihre Schwester Sabrina Seehagen angefangen, selbst Schutzmasken zu nähen. Beide arbeiten im Ahorn-Karree im Dorotheenviertel Hilden. „Wir haben nur bald gemerkt, dass wir für unsere drei Einrichtungen im Dorotheenviertel eine Riesenmenge benötigen würden“, so die Pflegefachkraft. Zu zweit nicht zu bewältigen – „wir saßen vier Stunden an sieben Masken“, sagt Reinartz.Also startete die Solingerin eine Aufruf auf Facebook. „Wer wäre bereit, für uns zu nähen und uns dabei zu helfen, unsere Bewohner zu schützen?“, fragte sie in ihrem Post – und erhielt, Stand 23. März, 20 positive Rückmeldungen. „Und alle waren bereit, sie uns zu schenken, keiner wollte etwas dafür haben, nicht einmal die Versandkosten, wenn sie die Masken per Post senden“, freut sich die 28-Jährige, die 2010 als FSJlerin in der Graf Recke Stiftung arbeitet und 2015 ihre Ausbildung zur Pflegefaqchkraft abschloss. Jetzt hofft sie auf weitere Unterstützung, denn um wirklich alle Mitarbeitenden im Dorotheenviertel Hilden ausrüsten zu können, würden nach ihrer Einschätzung mindestens 500 Stück benötigt. „Das würde uns allen sehr helfen, um unsere Bewohner nicht zu gefährden und auch ein bisschen als psychologische Unterstützung“, sagt Sandra Reinartz.

Wer sie unterstützen möchte, darf gerne seine oder ihre Kontaktdaten mailen: sandrer@live.de. „Ich melde mich dann umgehend“, sagt Sandra Reinartz und freut sich gemeinsam mit ihrer Schwester auf weiter Unterstützung.

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Praxismitarbeitende helfen in der Pflege aus

Zurzeit sind auch im Haus Berlin in Neumünster keine Besuche erlaubt.

(23. März, 14 Uhr) Aufgrund eines ministeriellen Erlasses gilt für alle Pflegeeinrichtungen ein Besuchsverbot. Auch die Praxen für Physiotherapie, für Ergotherapie und die Praxis für Fußpflege im Haus Berlin mussten nun für externe Kunden schließen. Aber auch hier gibt es eine positive Nachricht: Die Mitarbeitenden der Praxen haben angeboten, mit ihren freiwerdenden personellen Kapazitäten die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege zu unterstützen, berichtet Geschäftsführer Jürgen Büstrin. Insgesamt sei die Stimmung im Haus, für das seit letzter Woche ein Besuchsverbot gilt, positiv. „Die Haltung der Mitarbeitenden ist sehr engagiert und bemerkenswert“, sagt Büstrin. „Auch die Bewohner zeigen viel Verständnis für die Maßnahmen und Dankbarkeit für das Engagement der Mitarbeitenden.“ Angehörige drückten ihre Anerkennung aus, indem sie kleine Dankgeschenke vor die Tür legen.

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Minister schreibt an Kindertageseinrichtungen

(23. März, 8 Uhr) NRW-Familienminister Joachim Stamp wendet sich in einem Brief an die Kindertageseinrichtungen des Landes und macht den Beschäftigten und Trägern Mut. Hier geht es zur Meldung.

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Noch mehr Zeichen der Solidarität in Unterrath

(22. März, 18 Uhr) Weitere Zeichen der Solidarität in Düsseldorf-Unterrath: Nach der Pizzaspende des benachbarten Restaurants L'Osteria (siehe unten) gab es jetzt weitere Geschenke für die Bewohner des Seniorenzentrums Zum Königshof und deren Pflegerinnen und Pfleger. "Wir haben Blumensträuße vom Blumenhaus Am Hofgarten und Kaffee von einer Kaffeerösterei auf der Schwerinstraße für die Bewohner und Kollegen bekommen", berichtet der Leiter des Seniorenzentrums Zum Königshof, Marek Leczycki, gleichzeitig Pandemie-Koordinator der Graf Recke Stiftung.

Außerdem berichtet er, dass die Mitarbeitenden im Dorotheenviertel Hilden die Idee ihrer Kolleginnen im Wohnhaus des Sozialpsychiatrischen Verbunds in Düsseldorf aufgegriffen und ebenfalls angefangen haben, selbst Schutzmasken zu nähen. Die Idee (siehe unten) findet auch in vielen anderen Bereichen der Stiftung großen Anklang.

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Soziale Arbeit basiert auf Nähe

Das Gelände des Sozialpsychiatrischen Verbunds an der Grafenberger Allee in Düsseldorf.

(22. März, 12 Uhr) Soziale Arbeit basiert immer auf Nähe. Zum Beispiel in der Sozialpsychiatrie: "Begleitung in einer psychischen Krise funktioniert in der Regel nicht per Skype, sondern muss face to face stattfinden", betont Reimund Weidinger, Leiter der Graf Recke Sozialpsychiatrie & Heilpädagogik. Dennoch müssten auch hier die persönlichen Kontakte aufs allernotwendigste beschränkt werden, da könne Skype dann schon mal helfen. Zumal die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus‘ die Arbeit der Sozialpsychiatrie & Heilpädagogik in weiten Teilen erheblich einschränke, so Weidinger. Tagesstrukturierende Maßnahmen seien unter den aktuellen Ausgangsbeschränkungen nicht mehr umzusetzen. "Jegliche Gruppenarbeit ist gestoppt." Die Praxis für Ergotherapie des Sozialpsychiatrischen Verbunds in Düsseldorf wurde vorsorglich geschlossen, ebenso alle Einrichtungen mit Publikumsverkehr – die Tagesstätte, das Café Geistesblitz und der Spielwarenladen Mathildes Spielekiste. Auch alle anderen Bereiche der Arbeitstherapie sind nicht mehr aktiv. "Frei werdende personelle Kapazitäten setzen wir da ein, wo es erste Ausfälle gibt, wenn Mitarbeitende mit Verdachtsfall zu Hause bleiben“, so Weidinger. Und natürlich mache sich in der aktuellen Lage auch unter den Klienten Angst breit. "Das ist nicht anders als in der breiten Bevölkerung, die mit Verunsicherung reagiert." Nur käme diese Verunsicherung zu den vorhandenen psychischen Belastungen noch hinzu. Auch im Bereich der Behindertenhilfe seien die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht immer leicht zu vermitteln, meint Reimund Weidinger: "Unsere Arbeit, gerade in der Behindertenhilfe, setzt auf Beziehung und Nähe, die wir jetzt reduzieren müssen."

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Pizza als Dank und Stärkung in schwierigen Zeiten

(21. März, 18 Uhr) Eine Wohnbereichsleitung aus dem Seniorenzentrum Zum Königshof berichtet: "Die Pizzeria L'Osteria hier in Unterrath hat gestern als Dankeschön für unsere Arbeit und zum Durchhalten in dieser schwierigen Zeit die Mitarbeitenden im Sozialen Dienst und Nachtdienst mit Pizza versorgt. Die Mitarbeitenden waren total berührt von dieser Geste!"

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"Ein wichtiger Baustein in dieser belastenden Situation"

(21. März, 10 Uhr) Aus dem Seniorenheim Haus Berlin in Neumünster berichtet Geschäftsführer Jürgen Büstrin von einem „weiteren wichtigen Baustein für unsere Kolleginnen und Kollegen in dieser belasteten Situation“. Eine Psychologin bietet den Mitarbeitenden des Hauses unentgeltlich Beratungsgespräche und je 30-minütige Supervisionen an. Jürgen Büstrin dankt der "sehr engagierten Psychologin für diesen „wertvollen externen Impuls“ in den schwierigen Zeiten des Ausnahmezustands.

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Selbstgenähte Schutzmasken mit modischem Aspekt

(20. März, 18 Uhr) In unserem Sozialpsychiatrischen Verbund in Düsseldorf machen Mitarbeiterinnen eine Tugend aus der Not und nähen Schutzmasken aus altem Jeansstoff: Bereichsleiterin Ruth Reuber (vorn im Bild) erklärt: „Das sind Wendemasken mit zwei unterschiedlichen Stoffe, je nachdem was man für Kleidung trägt." Sie findet: "Denn auch hier sollte man den modischen Aspekt nicht außer Acht lassen!“ Wir finden: Eine wirklich nette und kreative Beschäftigung in Zeiten des Coronavirus.

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"Ich bin sicher, dass uns einer leitet!"

(20. März, 16 Uhr) Aus der ganzen Stiftung erreichen uns neue Meldungen, aber auch nette Geschichten. Stiftungspfarrer Dietmar Redeker hat in dieser Woche Plakate und Handzettel in einer unserer Pflegeeinrichtungen abgegeben. Zum Abschied sagte er einer Kollegin: „Alles Gute und viel Kraft.“ Sie antwortete: „Ich bin sicher, dass uns einer leitet!“

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Soziale Arbeit in Zeiten des Coronavirus

(19. März, 18 Uhr) "Die Graf Recke Stiftung ist nicht in der Krise", betont Petra Skodzig, Finanzvorstand der Graf Recke Stiftung. "Unsere aktuellen präventiven Maßnahmen dienen dazu, den Alltagsbetrieb in den kritischen Infrastrukturen wie Pflege, Betreuung aber auch in unserer Verwaltung aufrechtzuerhalten und handlungsfähig zu bleiben." Im Unternehmen gibt es bisher keinen bestätigten Corona-Krankheitsfall, aber die gesamte Stiftung leistet ihren Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus und rüstet sie sich für jederzeit veränderliche Umstände. Die Begleitung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren muss dabei natürlich weitergehen. Das Coronavirus und seine Folgen: Für alle neue Erfahrungen, für viele durchaus auch gute.

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