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Logo Gemeinsam Inklusiv: Fünf verschiedenfarbige Figuren halten sich an den Händen und bilden einen offenen Kreis

Miteinander inklusiv - eine erste Bilanz

Im Sommer 2015 hatte der Sozialpsychiatrische Verbund der Graf Recke Stiftung die Zusage bekommen, als einer von fünf Standorten am Modellprojekt »Willkommenskultur in Wohnquartier und Zivilgesellschaft«, später umbenannt in »Miteinander inklusiv«, teilzunehmen. Bis März 2018 wurde das Projekt durch die Dachorganisation der Diakonie Deutschland begleitet, es endet im April 2019 – der Geschäftsbereichsleiter Reimund Weidinger zieht eine erste Bilanz.

Wir wollen Menschen ermutigen, sich selbst einzubringen

Im Rahmen des Projektes »Miteinander inklusiv« haben wir Bedingungen geschaffen, die wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit psychischen Erkrankungen beiträgt. Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen steht fest, dass wir auch nach Beendigung des Projektes im April 2019, psychisch erkrankten Menschen weiter ermöglichen werden, am alltäglichen Leben in ihrer Wohnumgebung teilzuhaben: Es wird uns auch zukünftig ein besonderes Anliegen sein, Menschen mit Teilhabeeinschränkung dazu zu befähigen, ihren Alltag selbstbestimmt mitzugestalten. Wir wollen diese Menschen dazu ermutigen, sich selbst mit einzubringen.

Berührungsängste abbauen

Seit Projektbeginn im Sommer 2015 ist es uns durch unterschiedliche Aktionen gelungen, die Akzeptanz und Teilhabe von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen weiter zu entwickeln. Durch zahlreiche Veranstaltungen wie zum Beispiel das Stadtteilfest wurden vielfältige Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit und ohne psychische Erkrankung in Grafenberg gemeinsam aktiv wurden. Unser Weihnachtsmarkt, Vernissagen, Bücherflohmarkt und vieles mehr bereichern das öffentliche Leben im Stadtteil. Sie ermöglichen positive Gemeinschaftserlebnisse und lassen vordergründige Unterschiede der beteiligten Personengruppen in den Hintergrund treten. 

Auch das Nachbarschaftsprojekt »Aktion Kunstrasen«, bei der unter anderem eine öffentliche Grünfläche bepflanzt wurde, trug dazu bei, Berührungsängste abzubauen. Unsere Klienten nehmen diese und andere Angebote zunehmend häufiger ohne Begleitung von Mitarbeitenden wahr. So verzeichnet die wöchentliche Tischtennisgruppe mit dem Rekordmeister Borussia Düsseldorf eine wachsende Zahl an Teilnehmenden. Unsere Klienten beteiligen sich gerne an dieser sportlichen Aktivität, da sie sich willkommen und angenommen fühlen.

Gemeinsam in Kontakt treten

Bei allen bisherigen Aktionen erlebten wir immer wieder voneinander profitierende Begegnungen zwischen jungen und alten, vereinsamten und sozial eingebundenen,  gesunden und chronisch kranken Menschen. Dies motiviert uns, weitere Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit einer psychischen Erkrankung in Grafenberg zu schaffen und über gemeinsame Interessen miteinander in Kontakt zu treten. Unterstützend und hilfreich ist dabei unsere Netzwerkarbeit mit anderen wichtigen Akteuren im Stadtteil. 

Über das Projekt hinaus ist es uns ein großes Anliegen Barrieren und Vorurteile, die oft mit psychischen Erkrankungen einhergehen, abzubauen. Wir werden uns dafür stark machen, soziale Ausgrenzung zu vermeiden und durch Aufklärungsarbeit mehr Toleranz gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen zu erreichen.