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Von Gründonnerstag bis Ostersonntag – Ostern feiern in schwerer Zeit

Zur Zeit der ersten Christinnen und Christen wurden Gottesdienste nicht in Kirchen und Kathedralen gefeiert. Man traf sich an Ostern zuhause – im Kreis der Familie und Hausgemeinschaft. Man saß zusammen, erinnerte sich an die Geschichte der Auferstehung. Man las die Worte der Evangelien, brach das Brot, trank aus einer Schale und dankte Gott. Man sang das Halleluja und war erfüllt von Freude über die gute Nachricht, dass der ewige Tod besiegt war.

Normalerweise besuchen Menschen in großer Zahl die Gottesdienste rund um Ostern. Nur nicht in diesem Jahr. Die Gotteshäuser sind geschlossen. Denn Nächstenliebe bedeutet, das Beste für den Mitmenschen wollen. Im Moment heißt das, Abstand halten und auf Gottesdienste verzichten. Zwar gibt es ein reiches Ersatzangebot – Radio, TV, Internet. Aber mir jedenfalls fehlt schmerzlich die Gemeinschaft mit den anderen im Kirchenraum, das gemeinsame Singen, die feierliche Orgelmusik, die Liturgie, das Abendmahl und die Predigt. Ich vermisse das Händeschütteln, die Umarmung, das Schwätzchen vorher oder nachher. In diesem Jahr wird alles anders sein.
 

Fällt Ostern aus? Oder: Wie lässt sich Ostern anders feiern?

Als Familie werden wir an Gründonnerstag zuhause ein Erinnerungsmahl feiern. Erinnerung an Jesu Abschiedsmahl mit seinen Jüngern. Übrigens gibt es dazu Tipps vom evangelischen Zentrum Verkündigung (siehe unten). An Karfreitag werden wir die Stille zulassen und aushalten. Mit dem Tod Jesu erinnern wir uns daran, wie Menschen leiden und sterben. Unsere Gedanken gehen zu den Menschen, die erkrankt sind. Wir kennen Familien, die um einen Corona-Toten trauern und sind in Trauer verbunden. Wir denken an die, die im Moment alles geben im Dienst für Andere. Sie alle schließen wir in unsere Gebete ein. In der Osternacht wollen wir ein privates Osterfeuer entzünden, mehr ist ja nicht erlaubt. Es soll ein Zeichen dafür sein, dass das Leben siegt. Dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Dass Gott uns aus unserer Ausweglosigkeit herausholt. Ostersonntag werden wir im ZDF den Fernsehgottesdienst verfolgen. Oder den Online-Gottesdienst einer der Düsseldorfer Gemeinden. Ganz virtuell werden wir spüren, dass wir nicht alleine sind mit unserem Glauben und unserer Hoffnung – und, ja auch das, unserer stillen Freude. Denn Ostern ist das große Trotzdem Gottes gegen alle Mut- und Kraftlosigkeit.
 

Auch in unserer Stiftung fällt Ostern nicht aus

Pfarrer Dietmar Redeker wird an diesen Tagen in der Stiftung unterwegs sein. Immer mit dem nötigen Abstand und nur „open air“. Er bringt seine mobile Kirche und österliche Impulse mit. Im Hof einer Pflegeeinrichtung wird eine Andacht stattfinden, die aus den Bewohnerzimmern verfolgt werden kann. So findet Kirche auch außerhalb der Kirchenmauern statt. Auf genauere Angaben verzichten wir hier, damit es nicht zu Versammlungen kommt.
 

Zeitungsbeilage am Gründonnerstag

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat am Gründonnerstag eine Zeitungsbeilage in allen großen Zeitungen beigelegt, in der Ostern@Home beschrieben wird. Die vierseitige Beilage enthält auch einen Essay, der für die Leserinnen und Leser eine Brücke von Karfreitag und Ostern schlägt.

https://news.ekir.de/inhalt/osternhome-karfreitag-und-ostern-mitfeiern


ZDF-Fernsehgottesdienste

An allen Festtagen finden Fernsehgottesdienste statt.

 

Online-Gottesdienste in Düsseldorf

Einige Gemeinden in Düsseldorf übertragen über Internet.

 

Gottesdienste und Mahlfeier im Kreis der Familie

Das evangelische Zentrum Verkündigung macht Vorschläge, wie man auch zuhause Gottesdienst und eine Mahlfeier im Kreis der Familie feiern kann.

https://www.zentrum-verkuendigung.de/service/downloads/download/?tx_filelist_filelist%5Bpath%5D=%2Fzentrum-verkuendigung%2FDownloaddatenbank%2FBesondere_Themen_und_Anl%C3%A4sse%2FCorona-Pandemie

 

Pfarrer Markus Eisele

Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung