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Dorotheenviertel Hilden: „Endlich rollen die Bagger“

|   Stiftungsverbund

Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Graf Recke Stiftung und die Stadt Hilden heute das Startsignal gegeben: In den nächsten Jahren entsteht auf einer Fläche von rund vier Hektar das lang geplante Dorotheenviertel Hilden für 119 Menschen mit schwerer Demenz.

„Endlich rollen die Bagger!“, formulierte Stiftungsfinanzvorstand Petra Skodzig in ihrer Begrüßung beim feierlichen Spatenstich, was nicht nur Verantwortliche und Mitarbeitende der Graf Recke Stiftung an diesem Tag dachten: „Es war ein weiter Weg, und allen schönen Ideen und Bildern zum Trotz: Dass sich jetzt sichtbar etwas tut, ist das wahre Zeichen für den Aufbruch.“ Schon vier Wochen zuvor haben die Arbeiten für das neue Dorotheenviertel Hilden begonnen. „Heute wollen wir die Schaufel in die Hand nehmen und symbolisch den ersten Spatenstich für unser neues Dorotheenviertel Hilden setzen“, so Petra Skodzig weiter. „Hier ermöglichen wir Menschen mit schwerster Demenz ein würdevolles und möglichst selbstbestimmtes Leben. Wir entlasten deren Angehörigen. Und wir sorgen dafür, dass unsere Mitarbeitenden ein Arbeitsumfeld erhalten, das ihrer Kompetenz, Fachlichkeit und ihrem Engagement gerecht wird.“

Dr. Wolfgang Nockelmann, Präses des Kuratoriums der Graf Recke Stiftung, verwies in seiner Ansprache auf die gesellschaftliche Herausforderung Demenz und die jahrzehntelange Kompetenz der gerontopsychiatrischen Einrichtung Haus Ahorn, dessen Bewohner künftig im Dorotheenviertel Hilden wohnen: „Gegenwärtig leben in Deutschland rund 1,7 Millionen Menschen mit einer demenziellen Veränderung. Zwischen 2005 und 2015 ist die Zahl der Menschen in Deutschland mit richterlichem Unterbringungsbeschluss um 24 Prozent angestiegen. Meist sind die Betroffen körperlich gesund und sie haben einen großen Bewegungsdrang und Interesse an sozialer Interaktion. Hier in Hilden kümmern sich die Mitarbeitenden schon seit vier Jahrzehnten um Menschen mit schwerer Demenz, die aufgrund ihrer Erkrankung in einer geschlossenen Einrichtung leben. 40 Jahre Expertise in der Gerontopsychiatrie, 40 Jahre Erfahrung, Kompetenz und Engagement für Menschen, die aufgrund ihrer Demenz besonderer Begleitung bedürfen. Doch das Haus Ahorn ist inzwischen nicht mehr zeitgemäß. Deshalb wird es Zeit: Zeit für Neues.“

Joachim Köhn, Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen & Pflege, erläuterte den rund 50 Gästen der kleinen Feierstunde, worum es bei diesen Neuerungen geht: „Nach 40 Jahren Haus Ahorn sind nicht nur die Technik und die energetische Ausstattung überholt, auch haben sich in der Pflegeforschung und aus unserer langjährigen Erfahrung neue Erkenntnisse und Konzepte für eine angemessene Betreuung ergeben, die wir hier umsetzen. So freuen wir uns sehr, statt wie bisher große Wohnbereiche mit bis zu 40 Bewohnern künftig Hausgemeinschaften mit nur noch maximal zwölf Bewohnern zu haben und ein an den Lebensstilen orientiertes Konzept des Normalitätsprinzips umsetzen zu können.“ In den nächsten gut zwei Jahren errichtet die Graf Recke Stiftung dazu vier Ersatzneubauten auf einer Fläche von rund vier Hektar und setzt mit ihrer Expertise ein modernes Hausgemein-schaftskonzept mit 119 Einzelzimmern in zehn Wohneinheiten um. Im Zentrum des Pflegekonzeptes steht der Mensch in seiner Persönlichkeit. Einzigartig ist dabei der Einsatz von Präsenzkräften, erklärte Joachim Köhn in seinem Grußwort: „Wir werden unsere Mitabreitenden auf den neuen Arbeitsbereich vorbereiten und haben dazu eine Ausbildung zur Präsenzkraft entwickelt, mit der wir im September schon beginnen konnten.“ Im Zentrum des Konzeptes stehen danach weniger die pflegerischen Erfordernisse, sondern vielmehr die Persönlichkeit und die Wünsche des einzelnen Bewohners.

Norbert Schreier, 1. Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Hilden, vertrat Bürgermeisterin Birgit Alkenings beim feierlichen Spatenstich und erklärte: „Zweifelsohne handelt es sich beim Dorotheenviertel Hilden um ein für die Stadt Hilden überaus wichtiges Bauvorhaben. Hier entsteht ein neues zukunftsorientiertes Projekt.“

Das Projekt ist eingebettet in die gesamte Entwicklung des Viertels in Hilden und angelegt für den Zeitraum 2018 bis 2022. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 19 Millionen Euro. Die Verbindung zwischen dem geschlossenen und dem offenen Bereich des künftigen Dorotheenviertels Hilden soll später eine viertelähnliche Struktur bilden, bestehend aus einem Veranstaltungssaal, einem Café, einem Einkaufsladen, Praxisräumen und einem Friseursalon sowie dem großen Sinnesgarten. Einen großen Teil der hierfür benötigten Mittel will die Stiftung gemeinsam mit Förderern und Spendern finanzieren.

Der Baufortschritt lässt sich auch aus der Ferne beobachten. Eine Webcam macht vom benachbarten Haus Ahorn aus stündlich ein Foto der Baustelle, das hier zu finden ist:

www.dorotheenviertel-hilden.de 

Dieser Text ist zur redaktionellen Verwendung freigegeben.

Ein Bild vom Spatenstich liegt zur Verwendung im Rahmen der Berichterstattung zum Download bereit.

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