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In Bewegung Gemeinsamkeit erleben

|   Erziehung & Bildung

Düsseldorf, 10. Mai 2019 – Heute wurde der Startschuss für das Inklusive Projekt „Der Sport – verein(t alle)“ gegeben. Es basiert auf einer Kooperation der Graf Recke Stiftung und des Stadtsportbundes Düsseldorf. Unterstützt werden sie dabei von der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW.

Im Beisein der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW, Andrea Milz, fiel am Freitag der offizielle Startschuss für ein im Wortsinn bewegendes Projekt der Graf Recke Stiftung in Kooperation mit dem Stadtsportbund Düsseldorf: Inklusionsbegleiterinnen und -begleiter der Stiftung, die an verschiedenen Schulen in der Region Schüler betreuen, erhielten in Wittlaer aus den Händen der Staatssekretärin ihre Lizenz als Übungsleiter C. Ziel des innovativen und vom Land NRW unterstützten Konzepts ist es, Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung unter dem Motto „Der Sport – verein(t alle)“ künftig gemeinsame Sporterlebnisse in ihrer Freizeit zu ermöglichen.

Die 14 Projektteilnehmer hatten seit Februar die Ausbildung für die C-Lizenz nach den Richtlinien des Deutschen Olympische Sportbundes durchlaufen. „Erfahrene Trainerausbilder aus unserem Referenten-Pool vermittelten ihnen eine fachliche und sportartübergreifende Basis, um eigene Trainingseinheiten zu entwickeln und umzusetzen“, erläuterte Axel Scherschel, Teamleiter Qualifizierung beim Stadtsportbund. Bis Ende Mai wird sich nun ein zweiter Ausbildungsteil mit spezifisch sportfachlich-inklusiven Inhalten anschließen. Somit können die Inklusionsbegleiter künftig auch Schüler mit Unterstützungsbedarf in der Freizeit bei sportlichen Aktivitäten kompetent betreuen und anleiten.

„Wer wäre für ein solches Projekt mehr prädestiniert, als die Graf Recke Stiftung?“, fragte Staatssekretärin Andrea Milz bei der Übergabe der Lizenzen an die künftigen Übungsleiter. Die Idee für das Projekt sei bei einem informellen Treffen mit dem Geschäftsbereichsleiter der Graf Recke Erziehung & Bildung, Michael Mertens, und dem Leiter des Familienunterstützenden Dienstes, Jonny Hoffmann, entstanden. „Doch ohne ihr Wollen hätten wir einpacken können“, richtete Milz ihre Worte an die Teilnehmenden. Angesichts der vielen Lizenzen in ihrer Hand, wisse sie nun, „dass die Entscheidung richtig war. Es sind so viele Menschen da, die gleich beim ersten Mal wollten“.

Nicht nur Andrea Milz ist überzeugt, dass das Projekt „eine Erfolgsgeschichte werden wird“, wie sie sagt. Auch Pfarrer Markus Eisele, Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung, sieht in Sportvereinen den „idealen Ort, wo im Freizeitzusammenhang Begegnungen stattfinden können“. Nach ihrem Abschluss seien die Voraussetzungen geschaffen, dass die Teilnehmer junge Menschen mit Handicaps zum „normalen Sportverein um die Ecke“ begleiten können. Weitere Ausbildungsgänge seien bereits in Planung.

„In unserem Programm vermittelten wir die Inhalte auf ganzheitliche Weise“, erklärte Jannick Roosen, Sportwissenschaftler und Trainerausbilder im Projekt. Neben den motorischen gehe es auch um die emotionalen, sozialen und kognitiven Aspekte des Sports. Für Teilnehmerin Ute Schwartenbeck ein wichtiger Aspekt. Man habe in den 120 Lerneinheiten von jeweils 45 Minuten nicht nur vermittelt bekommen, wie man eine Sportstunde richtig aufbaut, sagt die Inklusionsbegleiterin für die Graf Recke Stiftung an der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Flurstraße in Flingern. „Wir wissen nun auch, wie wir flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren können, wenn es mal anders läuft, als geplant.“

Man sehe im Projekt „Der Sport – verein(t alle)“ einen „qualitativen Ausbau in der Alltagsbegleitung für Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf“, meinte Jonny Hoffmann, in dessen Fachbereich die Inklusionsbegleitungen im Rheinland organisiert werden. Staatssekretärin Milz überzeugte sich von den Fähigkeiten der Projektteilnehmer in der Turnhalle der Stiftung auf besondere Weise, indem sie eine kurze Zumba-Einheit selbst anleitete. Andrea Milz kann das: Sie ist selbst Fitness- und Gesundheits-Trainerin und besitzt gleich acht verschiedene Übungsleiter-Lizenzen – darunter auch die C-Lizenz!

Der Text ist zur Veröffentlichung freigegeben.

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