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»Mensch ist man nicht nur von Montag bis Freitag«

|   Wohnen & Pflege

Düsseldorf, 9. Mai 2019 – Der Sonntag gilt gemeinhin als ein Tag der Ruhe und Besinnung. Doch es gibt Berufsgruppen, für die ist der Sonntag ein regelmäßiger Arbeitstag. So auch für die mehr als eine Million Pflegekräfte in Deutschland. Am 12. Mai ist offizieller »Tag der Pflege«. Dieses Jahr fällt dieser Tag also auf einen Sonntag. Grund genug, die Betroffenen zu Wort kommen zu lassen.

Für Claudia Thomas, Altenpflegerin im Walter-Kobold-Haus der Graf Recke Stiftung in Wittlaer, gehört das reduzierte Team am Wochenende zur beruflichen Routine. Nur so sei es auch ihr möglich, dass sie selbst ebenfalls zweimal im Monat frei habe. Ihr sei das bewusst gewesen, als sie 2002 ihre Ausbildung zur Altenpflegerin begann. »Wir arbeiten mit Menschen. Mensch ist man nicht nur von Montag bis Freitag!«

Klaudia Dupont schreibt als Wohnbereichsleiterin im Walter-Kobold-Haus die Dienstpläne und teilt sich auch selbst für die Sonntagsschichten ein. »Davon ist keiner befreit, auch unsere Teilzeitkräfte nicht. Das kommt für niemanden überraschend. Alle haben vor ihrer Anstellung in irgendeiner Form in den Beruf reingeschnuppert. Abgehalten hat mich diese Aussicht von meinem Berufswunsch nicht.«

Auch wenn die zu Pflegenden im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen, werden in der Graf Recke Stiftung die Bedürfnisse der Mitarbeitenden keineswegs vergessen. Möglich macht das eine flexible, elektronische Pflegedienstplanung, die deren Wünsche ebenso mitberücksichtigt. »99 Prozent davon können wir auch erfüllen«, freut sich Andreas Becker, Pflegedienstleiter im Walter-Kobold-Haus. Das sei nicht zuletzt eine Frage des richtigen Personalmixes im Haus, in dem rund 80 Pflegekräfte tätig sind. »Es gibt immer wieder Mitarbeitende, die sich bewusst für Einspringdienste anbieten, wodurch selbst Krankheitsausfälle in der Regel gut kompensiert werden könnten. Darüber hinaus hilft man sich über alle fünf Wohnbereichen hinweg kollegial aus. Auch weil alle wissen, dass auf ihre Planungen und Bedürfnisse ebenso Rücksicht genommen wird.«

Der Theologische Vorstand der Graf Recke Stiftung, Pfarrer Markus Eisele, ist sich den Anforderungen an die Mitarbeitenden in der Pflege und auch den anderen Bereichen der Graf Recke Stiftung bewusst: »Unser Dank als Vorstand gilt all jenen, die unabhängig von Sonn- und Feiertagen für das Wohl der uns anvertrauten Menschen im Einsatz sind. Sie sind die tragenden Säulen unserer Arbeit – an sieben Tagen in der Woche.«

Der Text und die Zitate sind zur Veröffentlichung freigegeben.

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