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Weltpremiere beim Weltrekord

|   Sozialpsychatrie & Heilpädagogik

Klienten der Graf Recke Stiftung fertigten hunderte Tischtennisschläger für das „SingPong Event“ von Borussia Düsseldorf in der Merkur Spiel-Arena – und den ersten Konzertflügel mit eingebautem Tischtennisnetz der Welt

Am Mittwoch um kurz nach elf Uhr war es soweit: 2.074 Düsseldorfer Grundschüler spielten in der Merkur Spiel-Arena Tischtennis-Rundlauf. Damit haben die Kinder nicht nur einen neuen Weltrekord aufgestellt, eine Weltpremiere gab es beim „SingPong-Event“ von Borussia Düsseldorf, das Gesang und Sport miteinander verbinden sollte, wenig später noch dazu. Und diese hatte ganz viel mit der Graf Recke Stiftung zu tun.

Schon am erfolgreichen Sportevent hatte die Stiftung, langjähriger Partner der Borussia, ihren Anteil: In der hauseigenen Schreinerei hatten Klienten des Sozialpsychiatrischen Verbunds unter Anleitung von Werkstattleiterin Ursula Holte insgesamt 720 Tischtennisschläger hergestellt, die den Schlägerbestand des Vereins auffüllten. Nur so war es möglich, dass tatsächlich alle Kinder gleichzeitig Ping-Pong spielen konnten, an insgesamt 105 Tischen. Diese bildeten als besondere Pointe die Form eines Tischtennisschlägers und eines Notenschlüssels.

„Wir wollen singen, tanzen, rennen, Tischtennis spielen“, hatte Andreas Preuss, Manager von Borussia Düsseldorf, die Kinder zu Anfang eingeschworen – und diese folgten mit Begeisterung. Es war im Prinzip eine in die Arena übertragene Singpause, wie sie es aus den Schulen kennen, allerdings mit tausenden Mitstreitern, mit Lauf- und Tanzeinlagen – und dem Rekordversuch als erstem Höhepunkt. 1.252 Kinder hatten bei einem ähnlichen Event 2018 die Bestmarke gesetzt, um 11.05 Uhr verkündete Andreas Preuss stolz: „Der Weltrekord bleibt in Düsseldorf.“ Sänger Enkelson sang im Anschluss im großen Rund passend seine Hymne auf die Landeshauptstadt.  

Wenig später kündigte Borussia-Manager Preuss dann „den absoluten Höhepunkt, das Finale“ an. An einem ebenfalls in der Schreinerei der Graf Recke Stiftung eigens gebauten Instrument wurde erstmals wahrhaftig SingPong zelebriert: Ein Konzertflügel, auf dem man auch Tischtennis spielen kann, inklusive Netz, eine Weltpremiere. Pianist und Borussia-Mitglied Johannes Moerland spielte mit einer Hand, denn mit der anderen schmetterte er beim Rundlauf mit Stadtdirekter Burkhard Hintzsche, Profi-Trainer Danny Hintsche und mehreren Schülern zugleich Bälle zurück. Die anderen Kinder schmetterten derweil gemeinsam mit dem inklusiven Chor der Graf Recke Stiftung den „Ping Pong Song“.

Für den theologischen Vorstand der Stiftung, Pfarrer Markus Eisele, der mit Mitarbeitenden und Klienten den Spezialflügel zuvor in die Arena getragen hatte, war die Veranstaltung ein „Signal, das wir senden“. Alle Beteiligten, ob mit oder ohne Handicap, habe die Vorbereitung monatelang beschäftigt, „aber auch inspiriert“. Ein Teil dieses großen Ganzen zu sein, sei für das Werkstatt-Team und den Chor „sensationell“, zeigte sich der Geschäftsbereichsleiter der Graf Recke Sozialpsychiatrie & Heilpädagogik, Reimund Weidinger, begeistert. Hier verbinde sich so viel: Sport und Musik, Schule und Soziales, Borussia Düsseldorf und das Fortuna-Stadion. „Aber vor allem ist es ein Event für die Kinder!“, stellte er klar.

Für diese war das „SingPong-Event“, das bald auf Tournee durch ganz NRW gehen wird, ganz offensichtlich ebenfalls eine großartige Sache. Nicht nur für die neunjährige Nina, die den Countdown zum Mega-Rundlauf herunterzählen durfte. Lucas von der Konkordiaschule in Unterbilk beispielsweise hat es „mega viel Spaß gemacht“, wie er verriet. Das Beste für den Zehnjährigen aber ist es, „dass ich jetzt Weltrekordhalter bin“. Einer von 2.074.

Mehr über die Entstehung der Tischtennisschläger und des Konzertflügels

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