Direkt zum Inhalt

Wir sind doch keine Heimkinder - Graf Recke Stiftung startet breit angelegte Initiative gegen Vorurteile

|   Erziehung & Bildung

Die von der Graf Recke Stiftung gestartete Initiative „Wir sind doch keine Heimkinder“ lädt soziale und kirchliche Träger und Einrichtungen ein, einen konstruktiven Dialog mit den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu führen, um das tradierte Stigma "Heimerziehung" aufzubrechen. Kernstück der Initiative ist der Film "Wir sind doch keine Heimkinder", der heute im UFA-Palast in Düsseldorf Premiere feierte.

Düsseldorf, 14. Februar 2019 – In Deutschland leben derzeit etwa 1,7 Millionen Menschen mit so genannter Heimerfahrung. "Heimerziehung" führt auch heute noch zu einer Stigmatisierung der Betroffenen. Damit soll nun Schluss sein. Die Initiative der Graf Recke Stiftung „Wir sind doch keine Heimkinder“ versteht sich als Impuls für einen breit angelegten gesellschaftlichen Diskurs. Ziel ist es, das tradierte Stigma "Heimerziehung" aufzubrechen. Unter dem Motto "Umdenken. Reden. Bewältigen." richtet sich die Initiative sowohl an Kinder und Jugendliche, die aktuell in betreuten Wohngruppen leben, als auch an Träger von Jugendhilfeeinrichtungen und deren Personal sowie an kommunale und kirchliche Bildungsstätten. Weitere Zielgruppen sind Lehrerinnen und Lehrer sowie ehemalige "Heimkinder", von denen ein Großteil auch heute noch aus Scham die eigene Heimvergangenheit verschweigt.

Mehr Verständnis und Toleranz 

Kernstück der Initiative ist der Film von Anke Bruns: "Wir sind doch keine Heimkinder“, der am 14. Februar 2019 in Düsseldorf Premiere feiert. Kinder und Jugendliche einer Wohngruppe kommen in dem 52-minütigen Film ebenso zu Wort wie ehemalige „Heimkinder“, Erzieher, Eltern und Verantwortliche aus der Graf Recke Stiftung. „Der Film soll einen Blick hinter die Kulissen werfen und dazu beitragen, Vorurteile über das Leben im Heim aus dem Weg zu räumen und Verständnis und Toleranz zu erzeugen“, so Petra Skodzig, Finanzvorstand der Graf Recke Stiftung. 

Initiative zum Mitmachen

„Umdenken statt ausgrenzen, genau das ist das Ziel der Initiative, die zum Mitmachen einlädt“, erklärt Markus Eisele, Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung. „Wir möchten Kooperationspartner in Gestalt sozialer und kirchlicher Träger und Einrichtungen einladen, sich zu beteiligen und einen konstruktiven Dialog mit den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu führen“, so Eisele weiter. Die Initiatoren hoffen auf viele Unterstützer, um eine nachhaltige Diskussion für mehr Verständnis und Akzeptanz anzuregen. In Form von Fachtagen und anderen Veranstaltungen soll in Schulen, Heimen und in der Öffentlichkeit das Thema mit Betroffenen diskutiert werden. Auf der Website www.wir-sind-doch-keine-heimkinder.de finden Interessierte alle Informationen zur Initiative sowie vielfältige Hinweise zu weiteren Veranstaltungen und Anregungen zur Behandlung des Themas im Unterricht. 

Unterstützt wird die Initiative unter anderem von der Schriftstellerin Mirijam Günter, die selbst als Kind im Heim gelebt hat. „Ich unterstütze die Initiative „Wir sind doch keine Heimkinder“, weil Kinder und Jugendliche, die in Wohngruppen leben, eine Stimme brauchen und nicht länger ausgegrenzt werden sollten“, so Günter.

Graf Recke Stiftung

Die Graf Recke Stiftung ist eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands. 1822 gründete Graf von der Recke-Volmerstein ein Rettungshaus für Straßenkinder in Düsselthal. Zur Kinder- und Jugendhilfe kamen die Behindertenhilfe (1986) und die Altenhilfe (1995) hinzu. Heute besteht die Stiftung aus den Geschäftsbereichen Erziehung & Bildung samt den Förderschulen und der Graf-Recke-Kindertagesstätten gGmbH, Sozialpsychiatrie & Heilpädagogik und Wohnen & Pflege. Hinzu kommen die Tochtergesellschaften Graf Recke Pädagogik gGmbH, Region Westfalen-Lippe, und Haus Berlin gGmbH in Neumünster. Zur Stiftung gehören auch seelsorgerliche und kirchliche Angebote und die Dienstleistungstochter DiFS GmbH.

Hier gelangen Sie zum Film und zur Website.
 

Zurück