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Das Fenster der Begegnung

Während des Betretungsverbots in öffentliche Einrichtungen wurde auch in den Kindertageseinrichtungen der Kontakt zu einer Vielzahl der Kinder und deren Familien je abgebrochen. So auch in der Kita Muhrenkamp in Mülheim an der Ruhr. "Medialen Kontakt konnten wir zwar aufrechterhalten, so dass wir uns gegenseitig einiges mitteilen konnten", berichtet Einrichtungsleiterin Katharina Brück. Doch diese Möglichkeit war nicht in allen Familien gegeben. "So haben wir im Team Ideen gesammelt, wie wir auch mit diesen Familien in Kontakt treten können." Die Idee: das Fenster der Begegnung.

Das Fenster der Begegnung war in der Kita Muhrenkamp in Mülheim an der Ruhr gut zu realisieren, erklärt Kitaleiterin Brück: "Unser Fenster befindet sich am Haupteingang der Einrichtung und führt direkt zur Straße hin, von der aus die Familien uns gut erreichen können. Außerdem bietet der kleine Vorplatz der Kita ausreichend Ausweichmöglichkeit, um auch den Mindestabstand zueinander einhalten zu können."

So wurde das das Fenster kreativ gestaltet, "um sichtbar werden zu lassen, dass an diesem Fenster ab sofort Sprechzeiten für die Familien eingerichtet werden", berichtet Katharina Brück. "Vorab haben wir die Eltern per Mail, oder auch telefonisch darüber informiert und erzählt, welche Idee hinter diesem Fenster steckt. Sofort haben wir positive Resonanz erhalten und die ersten Termine zu den Sprechzeiten vereinbart." Je nachdem, welche Familie einen Termin vereinbart hat, wurde die Bezugserzieherin der Kinder über diesen Termin informiert und konnte am Fenster nach außen zu den Familien Kontakt aufnehmen.

Inzwischen fahren die Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen langsam wieder ihren Betrieb hoch, ab dem 28. Mai dürfen die Vorschulkinder wiederkommen, ab dem 8. Juni soll es sogar schon wieder einen Regelbetrieb geben, wenn auch noch einen eingeschränkten. Rückblickend sind aber alle Beteiligten der Meinung, dass dieser Austausch "wirklich sehr gut getan hat", so Katharina Brück – und zwar sowohl den Kindern und ihren Eltern als auch den Erzieherinnen und Erziehern. "Es war schön zu sehen, welche Freude alle ausstrahlten, wie viel Gesprächsstoff es gab, wie die Kinderaugen strahlten und mit welcher Begeisterung die Kinder neu erfahrene Dinge zeigten und berichteten ", strahlt die Kitaleiterin selbst – gleichwohl sie aber froh ist, dass dieser Austausch künftig auch wieder hinter den Fenstern der Kitas möglich sein wird.

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