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Osterfeuer 2 go

„Letztes Jahr war das Osterfeuer aber größer!“, sagte Niko mit Nachdruck.
„Stimmt“, erwiderte ich. „Aber ein großes Osterfeuer mit vielen Besuchern wollen und dürfen wir dieses Jahr wegen Corona leider nicht machen.“
„Ach so, klar. Und deswegen haben Sie jetzt so ein fahrbares kleines Osterfeuer gemacht?“
„Genau.“

Mit einem mobilen Osterfeuer, einer Feuerschale auf einem Bollerwagen, besuchte ich am Ostersamstag sieben Wohngruppen der Jugendhilfe der Graf Recke Stiftung. Diese Wohngruppen in Wittlaer haben alle einen großen Innenhof mit reichlich Abstand zu den benachbarten Gruppen. Das bietet eine ideale Voraussetzung für kleine Gruppenaktionen, ohne dabei sich oder andere zu gefährden. Und so konnte ich immer reichlich Abstand halten.

Die Kinder und Jugendlichen hatten zusammen mit ihren ErzieherInnen am Samstagnachmittag trockene Stöckchen gesammelt, einige hatten auch einen Osterzopf oder Osterhasen gebacken. Und dann erwarteten sie ungeduldig das „Osterfeuer 2 go“. Als es dann am Abend kam, hatte jede Gruppe rund eine halbe Stunde Zeit für ihr Gruppenosterfeuer. Dann war der gesammelte Stöckchen-Vorrat in Flammen aufgegangen und das Osterfeuer fuhr zur nächsten Gruppe.

Fast nebenbei waren beim Feuermachen auch Gespräche möglich: die Kinder und Jugendlichen erzählten, wie sie die Zeit des Kontaktverbotes – auch zu Ihren Eltern – erleben und sie lasen auch die zwei Sätze vor, die an dem Bollerwagen standen: „Jesus Christus sagt, ich bin das Licht der Welt.“ Und: „Jesus Christus sagt: Ihr seid das Licht der Welt.“
„Und wer ist mit IHR gemeint?“, fragte ich die Kinder und Jugendlichen. „Wir natürlich. Wir sind das Licht der Welt!“ erwiderten ohne Zögern die Kinder.


Stiftungspfarrer Dietmar Redeker

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