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Coronaprämie: Vorstand zeigt Verständnis für Unmut

|   Stiftungsverbund

Auch in der Graf Recke Stiftung gibt es unter den Mitarbeitenden Diskussionen zur Corona-Prämie. Zu Recht, meint der Vorstand. Der Vorstand zeigt großes Verständnis für den Unmut und die Enttäuschung aller, die nicht in den Genuss der Coronaprämie des Bundes gekommen sind, obwohl sie in den Einrichtungen ähnlich hart gearbeitet haben.

Die Bundesregierung hatte festgelegt, dass nur Mitarbeitende in der Altenhilfe in den Genuss einer Bonuszahlung im Zuge der Coronapandemie kommen. „In unseren Einrichtungen der Jugendhilfe, der Sozialpsychiatrie und der Heilpädagogik haben die Kolleginnen und Kollegen aber oft auch unter schweren Bedingungen gearbeitet“, so Markus Eisele, Theologischer Vorstand. "Es wäre nur folgerichtig gewesen, wenn auch diese Mitarbeitenden eine Prämien erhalten hätten", sieht es Finanzvorstand Petra Skodzig ebenso. „Wir verstehen, wenn Kolleginnen und Kollegen enttäuscht sind und ihre Arbeit nicht gewürdigt sehen.“ Die Graf Recke Stiftung selbst habe aber hierzu keinen Spielraum gehabt, da das Bundesgesetz eindeutig regelt, wer begünstigt wird. Über die Diakonie und die Gremien der Liga der freien Wohlfahrtspflege habe man darauf hingewiesen, dass die Regelung ungerecht und ungenügend sei. In der Politik habe es aber keine Bereitschaft gegeben, hier nachzusteuern. Deswegen versichert der Vorstand in einer gemeinsamen Positionierung: „Wir wissen und sehen, mit wie viel Engagement und Hingabe Sie in dieser Coronazeit unseren Einrichtungen gearbeitet haben und es auch weiterhin tun.“ Man werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass soziale Arbeit auch in finanzieller Hinsicht eine deutlich höhere Anerkennung erhalte.

Schon Mitte August hatte der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, scharfe Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geübt. Die in der Coronakrise zugesagte einmalige Sonderprämie für Pflegekräfte zählte er zu Spahns "größten Fehltritten", da viele Berufsgruppen nicht bedacht wurden. Ulrich Lilie hatte gefordert, "noch einmal neu darüber nachdenken, wie man eine echte Anerkennung hinbekommt. Dazu gehört aber mehr als ein einmaliger Bonus", so der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbandes. Notwendig sei unter anderem eine systematische Aufwertung sozialer Berufe.

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