Von Null auf 300 in drei Jahren

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Die Initiative ging von Mitarbeitenden der Graf Recke Stiftung aus – und wurde ein Erfolg: Drei Jahre nach Gründung des Einbrunger Sport- und Freizeitvereins 2022 zählt dieser bereits 300 Mitglieder. Das Angebot in Düsseldorf-Wittlaer und Hilden ist groß, dank eines guten Dutzend Engagierter sowie zahlreicher Förderer. Die 1. Vorsitzende Dimitra Georgiou sieht den Verein aber noch immer im Aufbau – und würde sich über weitere Unterstützung freuen.

Gut drei Jahre ist es her, dass auf Initiative von einigen Mitarbeitenden der Graf Recke Stiftung der Einbrunger Sport- und Freizeitverein 2022 e. V. ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, ein Freizeitangebot für alle zu schaffen, in der Ausrichtung jedoch vor allem auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen aus den Wohngruppen in Düsseldorf-Wittlaer und Hilden einzugehen. Und das hat funktioniert: Das Angebot ist vielfältig, die Akzeptanz groß. Knapp 300 Mitglieder zählt der inklusive Verein mittlerweile. Dimitra Georgiou ist „mit der Entwicklung sehr zufrieden“, wie sie sagt, sieht sich dennoch weiterhin „im Aufbau“.

Dimitra Georgiou ist Fachaufsicht im Fachbereich II, gehört zu den Mitbegründern und ist 1. Vorsitzende des Vereins, der wie geplant noch im 200. Jubiläumsjahr der Stiftung im Amtsregister eingetragen wurde. „Und wir sind auch gleich gestartet“, berichtet sie. Neben dem Angebot „Fit mit (und ohne) Ball“ für Kinder bis zwölf Jahren von Guido Krähahn, Mitarbeiter im Familien unterstützenden Dienst (FuD) und Fachkraft mit Übungsleiterschein, war ihr Bewegungsangebot für Mädchen zwischen acht und dreizehn Jahren mit eines der ersten im Portfolio. Im gemeinsamen Spiel lernen die Mädchen bei ihr verschiedene Formen der Bewegung kennen, „ohne dass Jungs die Gruppe dominieren, wie das sonst oft geschieht“, erklärt Georgiou ihren Ansatz.

Spaß an der Bewegung als Ziel

Dass alle sich wohlfühlen, ist oberstes Gebot im Einbrunger Sport- und Freizeitverein. Im Vordergrund stehe das gemeinsame Erleben, die Erfahrung, Teil einer Gruppe zu sein sowie der Spaß an der Bewegung. „Wir zielen nicht auf sportliche Höchstleistungen im Wettkampf oder Trophäen“, heißt es auf der Vereins-Homepage. In anderen Vereinen seien die Kinder aus der Jugendhilfe aufgrund von Beeinträchtigungen in ihrer sozial-emotionalen und teilweise auch geistigen Entwicklung häufig überfordert und geben auf, sagt Dimitra Georgiou. Der etwas andere Verein mit seinem niederschwelligen Angebot sei die Antwort: „Wir wollten einen Weg finden, dass unsere Kinder auch Freunde mitbringen können, die dann ebenfalls versichert sind.“ Aber ebenso andere Kinder, bereits ab dem Kita-Alter, und Erwachsene aus der Nachbarschaft sollen angesprochen werden.

Wir wollten einen Weg finden, dass unsere Kinder auch Freunde mitbringen können, die dann ebenfalls versichert sind.

Dimitra Georgiou

In Wittlaer ist es gelungen, in der Turnhalle der Förderschulen am Buschgasser Weg jeden Wochentag nach Schulschluss ein Programm anzubieten; von Basketball und Fußball bis Yoga und Zumba. In der Turnhalle Hilden an der Horster Allee wird bislang zwei Mal in der Woche geturnt und gespielt. Besonders freue sie sich über die „wunderbare, große Karate-Abteilung an beiden Standorten“, sagt Dimitra Georgiou. Diese habe die Kollegin Ihame El Marnissi gemeinsam mit ihrem Ehemann aufgebaut, und ihre beiden Söhne unterstützen. Loukman und Ishaq seien beide im Karate-Landes- und -Bundeskader, freut sie sich. „Sie sind tolle Vorbilder für unsere Kinder.“

 

Für die Vereinsvorsitzende ist solch ein Engagement nicht hoch genug zu schätzen. „Das muss ja fast alles nebenher laufen, ehrenamtlich“, sagt sie. Das gilt für sie und John Gunawardena als zweiten Vorsitzenden sowie Selma Yenigün als Kassenwartin genauso wie etwa für Katrin Schmoltzi, die maßgeblich an der Vereinsgründung beteiligt war und jetzt unter anderem die Homepage pflegt und im Hintergrund hilft. Insgesamt verfüge der Verein über ein Dutzend Engagierte, sagt Geogiou. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch weitere dazu gewinnen könnten, am besten mit Übungsleiterschein, um uns breiter aufzustellen und auch Ausfälle kompensieren zu können.“

Das Vereinsleben weiter stärken

Und es ist ja immer was zu tun, auch das Vereinsleben soll weiter gestärkt werden. So hat der Sport- und Freizeitverein in diesem Jahr erstmals eine Weihnachtsfeier für den Gesamtverein veranstaltet. „Solche Dinge wollen wir ausbauen“, sagt Dimitra Georgiou und binde dabei auch die Kinder ein, die kleinere Aufgaben übernehmen und damit erste Verantwortung. Auch sportlich geht es weiter, wenn etwa in Kooperation mit dem Stadtsportbund der „Sport-Actionbus“ ab dem 7. Januar bis Ende Februar immer mittwochs zwischen 15.30 und 17.30 Uhr an der Turnhalle Wittlaer Station macht, mit jeder Menge Sport- und Spielgeräten. Gerade im Winter sei ein solches Angebot wertvoll, sagt sie. 

Und daher ist die Vorsitzende auch allen weiteren Förderern so dankbar, der Magdalena Gerhard Stiftung, dem Airport Düsseldorf und dem Assessment Center Institut etwa, aber auch allen privaten Unterstützern. Durch eine Großspende habe man beispielsweise Karate-Matten und -Anzüge für Kinder aus den Wohngruppen finanzieren können, so Dimitra Georgiou. Und auch wenn der Leistungsgedanke im inklusiven Verein nicht im Vordergrund steht, wurde der Ehrgeiz doch bei nicht wenigen geweckt: An zwei Terminen 2025 haben viele Mitglieder bereits ist erste Gürtel-Prüfung erfolgreich absolviert.

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