Vielfalt als Praxis der Freiheit: Neujahrsempfang der Graf Recke Stiftung

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Über Diversität sprechen kann langweilig sein, wenn in Sonntagsreden ein oberflächliches Lob der Vielfalt gesungen wird. Über Diversität sprechen wie Professor Lorenz Narku Laing ist spannend und relevant. Der preisgekrönte Rassismusforscher nahm seine Zuhörenden beim Neujahrsempfang der Graf Recke Stiftung mit auf einen hochdynamischen Ritt durch wissenschaftliche Erkenntnisse, persönliche Erlebnisse, vielfältige Perspektiven und äußerst witzige Wendungen mit einer ernsten Botschaft: Diversität ist Freiheit und Zukunftsaufgabe.

»Vielfalt ist die beispielloseste und weitreichendste Praxis der Gesellschaft, um Freiheit zu erzeugen«, sagte Professor Lorenz Narku Laing in seinem Impulsreferat beim Neujahrsempfang in der Graf Recke Kirche. Der Rassismusforscher an der Evangelischen Hochschule Bochum und Gründer der Diversityberatung Vielfaltsprojekte GmbH sagte am Freitag in Düsseldorf-Wittlaer: »Vielfalt befreit die Menschen, die alltäglicher Diskriminierung ausgesetzt sind, aber ich möchte auch jene befreien, die diskriminieren – von Hass.«

Vielfalt sei darüber hinaus eine Zukunftsaufgabe, weil in der jungen Generation längst Realität. »70 Prozent der Menschen, die 2045 am Arbeitsmarkt teilnehmen werden, werden behindert, weiblich, migrantisch und queer sein.« Es sei also – nicht zuletzt auch für Kirche und Diakonie – von großer Bedeutung, sich darauf einzustellen, um diese Menschen in Zukunft für sich zu gewinnen, so das Synodenmitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland. »Bitte verstehen Sie, dass Diversität nicht ein Bekenntnis ist, sondern gelebte Praxis: Wen befördere ich, wen unterstütze ich, wem helfe ich, wen schütze ich?«

Personalvorstand Jens Leutner hatte sich zuvor überzeugt gezeigt, dass »Vielfalt uns stärker macht«, gleichzeitig aber gemahnt: »Lebendig wird Vielfalt dann, wenn alle Menschen sich wirklich gesehen, respektiert und zugehörig fühlen.« Ulrich Lilie, Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung, rief in seiner Predigt zur Jahreslosung »Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!« (Offenbarung 21,5) dazu auf, »Gemeinschaft, Freiheit und Zukunftsfähigkeit für alle Menschen zu ermöglichen.« Und Finanzvorstand Petra Skodzig hatte in ihrer Begrüßung ermutigt, »mit einem klaren Kompass und großer Entschlossenheit für eine hoffnungsvolle Zukunft für alle zu arbeiten.« 

Vielfalt macht uns stärker.

Jens Leutner, Personalvorstand

Dr. Wolfgang Nockelmann, Präses des Stiftungskuratoriums, dankte dem Referenten abschließend für einen Beitrag, »der uns an vielen Stellen zum Lachen gebracht hat, aber auch immer wieder das Lachen gefrieren ließ und nachhaltig wirken wird«. Einen besonderen Hinweis hatte Nockelmann für die Gäste, denn für Petra Skodzig war dies der letzte Neujahrsempfang als Finanzvorstand – im Sommer geht sie in den Ruhestand und der Präses lud die Gäste gleich schon mal ein für die offizielle Verabschiedung im Juni.  

Musikalisch hochklassig begleitet wurde der Neujahrsempfang von Flötistin Daniela Lieb und Sebastian Wienand, zwei Mitgliedern des Freiburger Barockorchesters. 

Der Neujahrsempfang der Graf Recke Stiftung findet alljährlich am ersten Freitag im Februar in der Graf Recke Kirche in Düsseldorf-Wittlaer statt. Unter den Gästen sind Freunde und Fördernde der Stiftung, Vertreterinnen aus Kirche, Diakonie und Politik sowie Mitarbeitende der Stiftung. 

Impressionen vom Neujahrsempfang 2026

Finanzvorstand Petra Skodzig: »Mit einem klaren Kompass für eine hoffnungsvolle Zukunft für alle arbeiten.«
Theologischer Vorstand Ulrich Lilie: »Gemeinschaft, Freiheit und Zukunftsfähigkeit für alle Menschen.«
Personalvorstand Jens Leutner: »Lebendig wird Vielfalt, wenn alle Menschen sich wirklich gesehen, respektiert und zugehörig fühlen.«
»Vielfalt ist die beispielloseste und weitreichendste Praxis der Gesellschaft, um Freiheit zu erzeugen,« sagte Prof. Dr. Lorenz Narku Laing.
Präses Wolfgang Nockelmann: »Dieser Beitrag wird nachhaltig wirken.«
Mit Blick nach vorne: Das Publikum beim Neujahrsempfang der Graf Recke Stiftung.
Daniela Lieb ist erste Flötistin und Gesellschafterin des Freiburger Barockorchesters. Sebastian Wienand ist Cembalist und Fortepianist am Freiburger Barockorchester.

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